Chronik | Österreich
10.09.2018

Feinstaub-Karte ist veraltet: Die Daten stammen aus 2001

Grazer ist alljährlich Feinstaub-Hauptstadt. Die Aufstellung über die Verursacher soll aktualisiert werden.

2001 hatte Graz rund 230.000 Einwohner. 2018 leben samt jenen, in der Stadt Nebenwohnsitze angemeldet haben, bereits 325.000 Menschen. Die müssen sich auch irgendwie fortbewegen, viele mit dem eigenen Pkw. Doch die aktuellsten Feinstaub-Daten des Emissions-Katasters stammen aus 2001. Für die steirischen Grünen ist er schon aufgrund der stark gewachsenen Einwohnerzahl völlig veraltet.

Der Kataster zeigt die Hauptverursacher von Feinstaub in der Stadt und gibt auch deren Menge an, 2001 waren das 311 Tonnen. 154 Tonnen oder knapp 50 Prozent wurden damals dem Verkehr zugerechnet, 82 Tonnen (26 Prozent) der Industrie und dem Gewerbe sowie 72 Tonnen dem Hausbrand. Eine Verteilung, die vermutlich in der Form nicht mehr korrekt sein dürfte, überlegt Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl. „Es ist höchste Zeit für eine Aktualisierung.“ Auch die Auswirkungen der Fernwärmeoffensive ab 2010 würden nicht erfasst.

Neun Millionen Opfer

Zeitgemäße Daten zu besitzen, wäre gerade für Graz wichtig. Wie berichtet, sind die von der EU erlaubten 25 Tage pro Jahr mit überschrittenen Feinstaubwerten bereits ausgereizt. Eine internationale Studie schockierte zudem vergangene Woche mit unerwarteten Ergebnissen: Feinstaub ist tödlicher als bisher geschätzt. 2015 sollen fast neun Millionen an den Folgen der Feinstaubbelastung gestorben sein.

Diese Todesfälle werden vor allem den kleinsten Staubteilchen (PM 2,5) zugeschrieben: Sie sind so gefährlich, weil sie in die Lunge gelangen. Im Umweltausschuss des Landtages will Krautwaschl am Dienstag beantragen, den Kataster in Bezug auf Verkehr und Hausbrand zu überarbeiten. Für Industrie und Gewerbe passierte das bereits 2014.