Chronik | Österreich
02.01.2013

Feinstaub: Weniger Belastung 2012

Laut VCÖ bewirkte die günstige Wetterlage 2012 eine "spürbare Verbesserung" der Feinstaubbelastung.

Die Feinstaubbelastung ist im Vorjahr in Österreich zurückgegangen, dennoch wurde an jeder siebten Messstelle der Grenzwert überschritten. Zu diesem Ergebnis gelangte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in seiner Feinstaubbilanz für 2012.

Der stärksten Feinstaubbelastung war laut Messdaten des Umweltbundesamtes (UBA) erneut die Bevölkerung von Leibnitz und Graz ausgesetzt. Als Hauptgrund für die laut VCÖ "spürbare Verbesserung" sei die günstige Wetterlage gewesen.

An 18 von 135 Messstellen (siehe Tabelle) war die Belastung durch PM10-Feinstaub höher als vom Grenzwert erlaubt. Zum Vergleich: 2011 wurden noch Überschreitungen an 76 registriert. "Es gab im Vorjahr eine spürbare Verbesserung der Luftqualität. Hauptgrund dafür war die günstigere Wetterlage. Positiv ausgewirkt hat sich aber auch das sich ändernde Mobilitätsverhalten in den großen Städten. Die Menschen fahren mehr mit Öffis und Rad und weniger mit dem Auto", sagte Bettina Urbanek vom VCÖ.

Problemgebiet Steiermark

Die häufigsten Grenzwert-Überschreitungen gab es auch heuer in der Steiermark. In Leibnitz war an 50 Tagen mehr Feinstaub in der Luft als erlaubt, in Graz an 49 Tagen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Erlaubt sind maximal 25 Tage pro Jahr. Leibnitz etwa leide unter dem Ferntransport des Feinstaubs aus dem Umland, so der VCÖ. Zu hoch sei die Feinstaubbelastung unter anderem auch in Wien-Floridsdorf (35 Überschreitungen), in Mannswörth bei Schwechat (32), in Hall in Tirol und Kittsee (jeweils 29) sowie in Wolfsberg (28) gewesen. Erfreulich sei, dass es mit Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich drei Bundesländer gibt, wo der Feinstaub-Jahresgrenzwert landesweit eingehalten wurde.

"Grund zum Aufatmen gibt es aber nicht. Vor allem bei jenen Teilen des Feinstaubs, der am gesundheitsschädlichsten ist, gibt es wenig Fortschritte", kritisierte Urbanek. Gemessen wird in Österreich vor allem der grobkörnige Feinstaub (PM10), für die Kleinstpartikel (PM2,5 und PM0,1) mangle es an Messstellen. Für die Gesundheit seien aber gerade diese Kleinstpartikel gefährlich - je kleiner die Partikel, umso gefährlicher sind sie. Sie können laut VCÖ in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und so Herzinfarkte und schwerste Lungenerkrankungen auslösen. Bei Kleinkindern, die eine höhere Atemfrequenz haben, können die Kleinpartikel Asthma und Bronchitis verursachen.

Messstellen

In Österreich gebe es nur knapp mehr als 20 Messstellen für PM2,5, hingegen 135 Messstellen für grobkörnigen Feinstaub PM10. Urbanek: "Hauptverursacher für diese Kleinstpartikel sind die Abgase von älteren Dieselfahrzeugen und von Benzin-Pkw mit Direkteinspritzung. Vor allem ältere Lkw sind Feinstaub-Schleudern", fordert Urbanek eine Filterpflicht für alle Lkw und den Ausbau der Öffentlichen Verkehrsmitten in den Ballungsräumen. "Je mehr Pendler auf die Bahn umsteigen können, desto besser für die Luftqualität in den Städten. Für die großen Städte Österreichs wäre zudem eine City-Maut eine ideale Maßnahme, um die vom Verkehr verursachten Gesundheitsbelastungen zu verringern", so Urbanek.