Der studierte Holztechniker Andreas Rath restauriert alte Fahrräder

© KURIER/Thomas Sendlhofer

Salzburg
10/22/2016

Ein bisschen "Land" mitten in der Stadt

Im Stadtteil Maxglan haben sich einige kleine Geschäfte etabliert, die man in Salzburg sonst vergeblich sucht.

von Thomas Sendlhofer

"Es war immer ein Traum für uns, nach Maxglan zu gehen. Es ist nicht ganz im Zentrum, aber auch nicht wirklich außerhalb", meint Teresa Reitsamer. Gemeinsam mit Katharina Öttl hat sie sich im Stadtteil hinter dem Mönchsberg mit der NähBar einen Traum erfüllt. Seit zwei Jahren bieten die beiden Jungunternehmerinnen Nähkurse an. "In Maxglan schätzen viele, dass es zwar schon in der Stadt ist, aber irgendwie doch ein wenig ländlichen Charakter hat. Auf einigen Hundert Metern ist alles da", sagt Katharina.

Kerngeschäft der beiden sind Nähkurse und Aufträge. An der Wand sticht aufmerksamen Besuchern sofort ein Bild ins Auge: Darauf zu sehen ist Skistar Anna Veith(vormals Fenninger)in ihrem Hochzeitskleid, das die beiden Schneiderinnen genäht haben. Das Kurssortiment ist umfassend. Für Anfänger bietet sich der dreistündige "Nähmaschinen-Führerschein" um 36 Euro an. Beliebt sind die Kurse, in denen aus alten Stoffen etwas Neues genäht wird. Da wird dann das Hemd des Großvaters zu einem Polster verarbeitet oder die Kinderhose zu einer Tasche gemacht, erzählen die beiden. Dazu servieren sie ihren Gästen Kaffee- und Teespezialitäten sowie kleine Speisen. "Das Kaffee ist ein zusätzliches Schmankerl", sagt Katharina.

"Viele spezielle Läden"

Entlang der Maxglaner Hauptstraße stadteinwärts führt der Weg vorbei an der Kaffeerösterei 220 Grad. Auf der anderen Straßenseite sticht das vegetarische Bistro Milton ins Auge, rechts davon der Bio Peter. Eigentümer Andreas Eberwein betrieb das Geschäft zunächst im bayerischen Freilassing und übersiedelte dann nach Maxglan. "Der Stadtteil ist interessant. Es gibt viele sehr spezielle Läden", sagt Eberwein. In seinem Geschäft neben der Bushaltestelle Schwedenstraße verkauft er mehr als tausend hochwertige Bio-Artikel von Kleidung über Obst und Gemüse bis zu glutenfreien Bio-Bieren. "Ich gebe mich nicht mit dem EU-Bio-Logo zufrieden", meint Eberwein.

Obwohl die Hauptstraße vom Verkehr viel frequentiert wird, seien nur wenige Einkäufer im Vergleich zu den Gassen der Altstadt unterwegs. "Man kann nicht sagen, das ist eine echte Einkaufsstraße", meint Eberwein. Er hofft auf ein besseres Miteinander der Unternehmer entlang der Straße. "Das würde die Gegend beleben."

Neues Leben für Räder

Andreas Rath betreibt einige Hundert Meter weiter in der Neutorstraße im früheren Antiquitätengeschäft seines Vaters den Radladen 2nd Chance Bikes. Seit eineinhalb Jahren haucht der studierte Holztechniker alten Rädern ein neues Leben ein. "Wenn man bedenkt, dass ein Rad 100 Jahre alt ist, kann man sich vorstellen, dass es viel mitgemacht hat." Fahrrad-Enthusiasten finden hier wahre Klassiker: Pinarello, Bianchi oder Puch zählen zu den Schmuckstücken im Schauraum. Die alten Räder faszinieren mich, weil viele zeitlose Modelle dabei sind." Der Trend hin zu individuellen Rädern, der in größeren Städten längst Einzug gehalten habe, komme in Salzburg gerade erst an, meint Rath.

Für Maxglan sieht er noch Möglichkeiten zur Entwicklung. "Ich denke, dass der Stadtteil Potenzial hat. Wenn die Siedlung gebaut wird, ist das eine große Chance", sagt Rath. Am früheren Gelände der Riedenburgkaserne sind bereits die Bagger aufgefahren. In den kommenden Jahren entstehen mehr als 300 Wohnungen, Büros und ein Kindergarten. Die Baubetreiber werben mit erschwinglichen Preisen und wollen vor allem junges Publikum in den aufstrebenden Stadtteil locken.

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