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Chronik Österreich
09/25/2020

Eigene Corona-Ampel für den Pflegebereich

Verbindliche Regeln und Empfehlungen für alle steirischen Betreiber sind ab kommender Woche in Kraft.

von Elisabeth Holzer

„Wir haben unsere Lektionen aus dem Frühjahr gelernt“, versichert Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). „Wir wissen, es macht etwas mit den Menschen, wenn sie isoliert sind.“

Als die Corona-Fallzahlen im März und April anstiegen, waren natürlich auch Pflegeeinrichtungen betroffen. Oft wurden Besuchverbote verhängt, um damit die alten Menschen wie die Pflegekräfte vor Ansteckung zu schützen.

"Kontakt ist wichtig"

Doch es brauche Balance, mahnt Klaus Vander, ärztlicher Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene in der Krankenanstaltengesellschaft: „Der Mensch ist ein soziales Wesen, Kontakt ist so wichtig wie Luft, Wasser und Nahrung.“

Die Landesregierung hat gemeinsam mit den Trägervereinen ein Konzept entwickelt, das Maßnahmen transparent und für jedermann begreifbar machen soll. Orientiert ist es an der Corona-Ampel des Bundes, es gelten die gleichen Farben und Einstufungen. Unterschieden wird zwischen Empfehlungen und Anordnungen.

Die steirische Pflegeampel gilt nicht nur für Heime, sondern auch für Tageszentren, betreutes Wohnen und mobile Dienste sowie Hauskrankenpflege. Die steirische Corona-Ampel gilt ab kommenden Donnerstag, 1. Oktober.

Jeder Ampelfarbe wurden Maßnahmen zugeordnet, die auf der Homepage des Gesundheitsressorts und in Aushängen in den Einrichtungen nachzulesen sind.

Grün: Es gelten großteils Empfehlungen. Besucher sollen Masken in geschlossenen Räume tragen. Die Heimleitungen sollten Besucherlisten führen und können gewisse Zeiten für Besuche festlegen. Die Bewohner brauchen keinen Mund-Nasen-Schutz, außer, sie wurden positiv auf Covid-19 getestet oder gelten als Verdachtsfall. Mitarbeiter müssen in geschlossenen Räumen medizinischen Mund-Nasen-Schutz verwenden. Es gelten die allgemeinen Abstandsregeln.

Gelb: Zusätzlich sollten in den Einrichtungen Besuchszonen eingerichtet werden, außerdem sollte es maximal zwei Besucher pro Klienten gleichzeitig geben. Die Heime können die Besuchsdauer einschränken, das Land empfiehlt 60 Minuten.

Orange: Es gelten die Vorgaben von Grün und Gelb, allerdings mit einigen Verschärfungen. Das Besucherprotokoll ist ab jetzt nicht mehr freiwillig, sondern ein Muss. Besuche müssen vorab angekündigt und mittels Terminvergabe festgelegt werden. Die Besuchsdauer sollte weiter reduziert werden (auf maximal 30 Minuten). Bei Veranstaltungen im Heim dürfen keine externen Personen mehr teilnehmen, möglich sind auch Fiebermessungen am Eingang.

Rot: Jetzt ist auch ein Besuchsverbot möglich. Besucher müssen auch im Freien Mund-Nasen-Schutz verwenden, auch das Tragen von FFP2-Schutzmasken kann in dieser Phase vorgeschrieben werden. Die Besuchsdauer kann weiter eingeschränkt werden (20 Minuten), Besuchszonen sind nun Vorschrift. Nun müssen auch die Bewohner Maske tragen, wenn sie Kontakt mit anderen haben und dies medizinisch für den Einzelnen vertretbar ist. Die Pflegekräfte müssen sich auf das Tragen von FFP2-Masken einstellen. Fiebermessungen am Eingang sind verpflichtend.

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