Chronik | Österreich
02.03.2018

Die Eiseskälte tritt den Rückzug an

Die Kältewelle nähert sich dem Ende. Bei der ÖAMTC-Pannenhilfe verursachte der Dauerfrost mehr als 8400 Einsätze.

Die Kälte brachte dem ÖAMTC österreichweit einen Anstieg der Einsatzzahlen. Betroffen waren unter anderem viele Menschen, die am Montag ihr Auto starten wollten. Es kam zu 12.827 Anrufen bei der Nothilfezentrale und zu 8405 Einsätzen der Pannenhilfe und des Abschleppdienstes. Ein Vergleich dazu: Ein Monat zuvor, am Montag den 26. Jänner gab es für den ÖAMTC 1811 Einsätze.

Arbeitsintensiv war nicht nur der Anfang der Woche. Von Montag bis Donnerstag erhielt der ÖAMTC insgesamt 40.631 Anrufe. Das sind rund dreimal so viele wie in einer durchschnittlichen Woche.

>>Hier geht's zum aktuellen Wetter auf kurier.at

Ab dem Wochenende wird die Frostluft jedoch langsam verschwinden. Während in Niederösterreich, Wien und im nördlichen Burgenland die Temperaturen tagsüber noch knapp unter Null Grad liegen, werden in Vorarlberg über Tirol bis nach Oberösterreich bereits sechs bis zehn Grad erreicht. Mit der neuen Woche wird sich dann überall der Dauerfrost verabschieden. Tagsüber werden in ganz Österreich Plusgrade erreicht.

Am Samstag klingt die Kältewelle langsam ab. Bis zum Abend wechseln sonnige Abschnitte mit zahlreichen dichten Wolken. Den meisten Sonnenschein gibt es nach Auflösung von Restwolken der Nacht im Osten und Südosten. Hier verdichten sich erst während der Abendstunden die Wolken erneut. Vor allem in den südlichen Landesteilen, jedoch auch im Westen zwischen Vorarlberg und Salzburg muss zeitweise mit Regen oder Schneefall gerechnet werden. Während die Schneefallgrenze in den südlichen Landesteilen nach wie vor in den Niederungen liegt, steigt sie im Westen auf Lagen über 1.000 Meter an. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost bis Süd. Die Temperaturen starten bei minus neun bis null Grad in der Früh und klettern dann auf minus ein bis plus zwölf Grad.

In der Früh und am Vormittag gibt es am Sonntag noch einige Nebel- und Wolkenfelder. Tagsüber setzt sich dann aber recht verbreitet die Sonne durch. Der Wind weht schwach aus variablen Richtungen. Die Frühtemperaturen sind noch kalt bei minus sieben bis null Grad, doch dann erreichen die Tageshöchsttemperaturen ein bis 13 Grad, mit den höchsten Temperaturen an der Alpennordseite.

Am Montag überwiegen meist die Wolken, anfangs ist es im Norden und Osten gebietsweise aber auch noch sonnig. Tagsüber breitet sich von Süden leichter Regen aus. Der Wind weht meist schwach, im Nordosten aber auch mäßig bis lebhaft aus Ost bis Süd. Die Frühtemperaturen erreichen minus zwei bis plus vier Grad, die Tageshöchsttemperaturen vier bis zwölf Grad.

Die Wolken überwiegen auch am Dienstag - und meist regnet es auch leicht. Die Schneefallgrenze liegt im Norden zwischen 500 und 700 Meter, sonst zwischen 1.200 Meter und 1.500 Meter. Weitgehend trocken bleibt es im Süden und Südosten. Es ist schwach windig. Die Frühtemperaturen liegen bei null bis fünf Grad, die Tageshöchsttemperaturen bei zwei bis acht Grad.

Winterwetter sorgt für chaotische Zustände in weiten Teilen Europas

Wegen Eis und Schnees sind in Norditalien am Freitag mehrere Autobahnen gesperrt worden, unter anderem die A1 zwischen Mailand und Bologna. Auch Teile der A13 und A14 in der norditalienischen Region Emilia Romagna, sowie in Ligurien mussten geschlossen werden, berichteten italienische Medien

Auf der A22-Autobahn Brenner-Modena musste die Strecke zwischen Carpi und Campo Galliano in der Region Emilia Romagna wegen Schnees gesperrt werden. Auf der Konsularstraße Aurelia, die Rom mit Ligurien verbindet, blieben Auto- und Lkw-Fahrer nahe der ligurischen Hafenstadt La Spezia nach Unfällen stundenlang auf der vereisten Fahrbahn stehen.

Wegen der vereisten Verbindungen wurde auch der Bahnverkehr auf den Linien Genua Mailand, Genua-Turin und Genua Savona unterbrochen. Zu erheblichen Problemen kam es auch im Flugverkehr. Seit einer Woche wird Italien von Winterwetter heimgesucht. Diese Woche schneite es unter anderem in Rom, Neapel und Florenz.

Großbritannien und Irland

Tausende Schulen sind geschlossen, Züge und Flugzeuge stehen still und Autofahrer sind auf eingeschneiten Straßen gefangen. Großbritannien erlebte seinen kältesten Märzanfang seit Beginn der Aufzeichnungen. Zeitweise galt in mehreren Teilen des Landes die höchste Wetterwarnstufe. In Irland trat der nationale Krisenstab zusammen. Regierungschef Leo Varadkar rief die Bürger auf, zu Hause zu bleiben.

Seit vier Tagen ist das öffentliche Leben in Großbritannien und Irland wie eingefroren. Anhaltende Minustemperaturen sind ungewöhnlich für die vom warmen Golfstrom verwöhnten Länder. Dementsprechend hart treffen die Briten und Iren Kälte und Schnee. In dieser Woche machten ihnen gleich zwei Wetterphänomene zu schaffen: Die Kältewelle aus dem Osten, "Beast from the East" (Bestie aus dem Osten) genannt, und Sturm Emma, der heftige Winde und noch mehr Schnee und Blitzeis vom Atlantik mitbrachte.

Flughäfen in beiden Ländern mussten Hunderte Flüge streichen. Zeitweise waren die Airports in Edinburgh, Glasgow und Dublin ganz geschlossen. Gestrandete Passagiere schliefen in Terminals auf Bänken und Feldbetten. Ihnen geht es noch gut, im Vergleich zu Tausenden, die auf Straßen in Großbritannien in ihren Autos stecken blieben. Manche warteten 18 Stunden auf Hilfe. Alle Zugverbindungen zwischen England und Schottland wurden eingestellt.

Besonders heftig traf es Schottland, den Norden und Südwesten Englands sowie Teile von Wales. In der Nähe von Manchester wurde die Armee beauftragt, Menschen von eingeschneiten Autobahnen zu befreien. Eine Frau im Nordosten Englands brachte am Donnerstag ein Baby am Straßenrand im Schnee zur Welt. Premierministerin Theresa May änderte kurzfristig den Ort für ihre Grundsatzrede zum Brexit am Freitag - von Newcastle im Nordosten nach London.

Doch auch in der Hauptstadt herrschten in dieser Woche widrige Wetterbedingungen. Viele Pendlerzüge fielen aus, an normalerweise betriebsamen Londoner Bahnhöfen herrschte gespenstische Ruhe. In vielen Gebäuden froren die Wasserleitungen ein.

Zwischenzeitlich hatte der Betreiber des britischen Gasnetzes National Grid gewarnt, die Vorräte könnten nach vier Tagen klirrender Kälte knapp werden - doch am Freitag gab es Entwarnung. Für das Wochenende sagten die Meteorologen zumindest für den Süden Großbritanniens eine Entspannung und leicht steigende Temperaturen voraus.