© Polizei/Peter Berger

Chronik Österreich
10/09/2019

Der neue Polizeikalender: Düstere Bilder und ein Störenfried

Sophiensäle: Prominenz aus Exekutive und FPÖ betrachtete das neue Werk – auch ein Autonomer kam zur Präsentation.

von Dominik Schreiber, Birgit Seiser

Das Who-is-Who der Wiener Polizei war am Dienstagabend bei der Präsentation des neuen Polizeikalenders zu Gast: Polizeipräsident Gerhard Pürstl sowie seine beiden Stellvertreter Michael Lepuschitz und Franz Eigner. Auch die FPÖ war prominent vertreten, die nicht amtsführende Stadträtin Ursula Stenzel und der Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler wollten den neuen Kalender sehen.

Dieser hat – extrem ungewöhnlich – 14 Bilder. So startet er im Dezember 2019 und endet im Jänner 2021. Man wollte jedes Polizeikommando ablichten. Und da es nun 14 gibt und nicht 12 musste man zu diesem Kniff greifen. Statt der zuletzt martialischen Bilder sind die Fotos von Peter Berger eher düster und sorgten durchaus für unterschiedliche Reaktionen. Leichtbekleidete Polizisten sucht man jedenfalls vergebens, erhältlich ist der Kalender um 15 Euro unter www.polizeimusik.at.

Bei der Präsentation in den Sophiensälen kam es fast zu einem Eklat. Ein mutmaßlicher Angehöriger der autonomen Szene hatte sich eine Eintrittskarte gekauft, war aber sofort Oberst Wolfgang Preiszler von der Sondereinheit EGS aufgefallen.

Nach einer kurzen Verfolgung wurde der Mann aus dem Saal geführt. Er soll dabei mehrfach gefordert haben, den Polizeipräsidenten zu sprechen. Dazu kam es nicht, aber der Man mit der Punkfrisur bekam immerhin einen Polizei-Kalender. Ob er sich diesen tatsächlich irgendwo aufhängt, ist aber wohl eher zweifelhaft. Vielleicht ein Trost für ihn: Ein Kalenderblatt zeigt immerhin den nachdenklichen Gerhard Pürstl, den jeder Kalenderbesitzer nun einen Monat lang bewundern kann.

Der Cop-Stories-Darsteller und Kammerschauspieler Martin Zauner las Texte zu jedem Kalenderblatt. Unter den Zuhörern waren etwa Michael Takacs, Chef der Verkehrspolizei, oder der ehemalige Generalsekretär Peter Goldgruber. Insgesamt besuchten 300 Gäste die Veranstaltung.