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Salzburg
02/07/2014

Sparkurs ist „existenzgefährdend“

Die Caritas wird vom Land nicht ausreichend gefördert und muss selbst draufzahlen.

von Raffaela Lindorfer

Seit dem Finanzskandal muss das Land Salzburg den Gürtel enger schnallen – kein Bereich bleibt davon verschont. Dass dieser Sparkurs für den Sozialbereich „zunehmend existenzgefährdend“ ist, darauf macht der Caritas-Landesdirektor Johannes Dines aufmerksam. „Die Schere zwischen dem, was das Land an Fördergeldern bezahlt und dem, was wir leisten, geht immer weiter auseinander“, kritisiert er.

Konkret gehe es um die Behindertenbetreuung, die die Caritas und andere Sozialeinrichtungen für das Land leisten. So wurden die Fördergelder heuer mit 1,68 Prozent valorisiert, die kollektivvertragliche Lohnerhöhung betrug aber 2,45 Prozent. Dieses Loch muss die Caritas mit Eigenmitteln stopfen.

Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) sieht sich jedoch außer Stande, die Leistungen zu hundert Prozent abzudecken: „Wir können das nicht bezahlen.“ Das Budget für Behindertenbetreuung sei heuer bereits von 76 Millionen auf 81 Millionen Euro erhöht worden.

Indes plant die Caritas in Salzburg eigene Maßnahmen. Eine Million Euro sollen in den nächsten drei Jahren gespart werden, um weiterhin schwarze Zahlen zu schreiben. Dabei betont Dines, es werde keine Kündigungen geben, auch die Versorgung bleibt gewährleistet. Einen Einstellungsstopp gebe es allerdings im Verwaltungsbereich: „Wir werden unsere Systeme optimieren, um Personalkosten zu sparen.“ Vereinzelt würden auch Mitarbeiter, die in Pension gehen, nicht mehr nachbesetzt. Deshalb musste die Caritas-Gärtnerei in St. Anton bei Bruck an der Glocknerstraße mit Jahresbeginn geschlossen werden. Es habe sich „betriebswirtschaftlich nicht mehr ausgezahlt“, sagt Dines. Weitere Schließungen seien aber nicht geplant.

Während die Behindertenbetreuung ein Negativposten ist, würden andere Einrichtungen, wie der Jugendnotschlafstelle „Exit“, kostendeckend arbeiten. Kurios, laut Dines: „Was wir an Überschuss erwirtschaften, müssen wir dem Land zurückzahlen.“

Aus der öffentlichen Hand bekommt die Caritas jährlich etwa 14 Millionen Euro, an Spendengeldern fließen 5,1 Millionen an die Organisation. „Wir schätzen uns glücklich, dass die Spendenbereitschaft jährlich steigt. Damit halten wir uns über Wasser. Die Frage ist, wie lange noch“, sagt Dines.

Kinderbetreuung

Eine weitere Sparmaßnahme des Landes trifft Eltern, die ihre Kinder in Kindergärten schicken. Die Grüne Landesrätin Martina Berthold will das „Gießkannenprinzip“ bei den Förderungen abschaffen. Bisher bekamen alle Eltern monatlich 50 Euro für eine Ganztagesbetreuung. Sozial Schwache sollen weiterhin unterstützt werden, stärkere werden den Kindergartenplatz künftig zur Gänze selbst bezahlen müssen. Die Einkommensgrenzen sollen in einigen Wochen feststehen.

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