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Chronik | Österreich
06/27/2019

Bub von Holzstatue erschlagen: Prozess um Valentins Tod

Fünfjähriger starb, weil 80 Kilogramm schwere Figur beim Wandern auf ihn fiel: Laut Staatsanwältin war sie nicht gesichert.

Valentin wurde nur fünf Jahre alt: Der Bub aus Wien starb im Sommer 2017 durch einen Zwischenfall auf einer Alm in Kärnten − er wurde von einer 80 Kilogramm schweren und 1,60 Meter großen Figur aus Holz erschlagen, die vor einer Hütte stand.

Am Donnerstag müssen sich deshalb drei Angeklagte im Straflandesgericht Klagenfurt verantworten: Die Staatsanwältin wirft ihnen fahrlässige Tötung beziehungsweise fahrlässige Gemeingefährdung vor. Sie sollen die Figur, die von einem der Angegklagten nicht fachgerecht abgeschnitten worden sein sollen, nicht ausreichend gesichert - beziehungsweise nicht für die Sicherung gesorgt haben.

Die Angeklagten beteuern jedoch, nicht schuldig zu sein. "Mich haben diese Figuren schon immer gestört", betont der Pächter der Hütte. Sie hätten zu einem Museum gehört, das er eigentlich gar nicht betreuen habe wollen. Er habe den Besitzer aufgefordert, die Statuen zu entfernern, weil eine von ihnen schon durch einen Sturm umgeworfen worden sei.

Valentin war mit seiner Familie auf einer Wanderung an der Statue vorbeigekommen und hatte sie berührt: Dabei kippte sie um und fiel auf den Buben. Urteil wird es am Donnerstag noch keines geben: Ein Sachverständiger und mehrere Zeugen haben sich für den Prozesstag entschuldigt.

Nikolaus Tuschar