Chronik | Österreich
01/09/2019

Bergretter: "Da hat man im freien Gelände nichts verloren"

Martin Gurdet warnt eindringlich davor, bei Lawinenwarnstufe 5 Touren zu starten.

Die Lawinensituation wird sich noch weiter zuspitzen. Davon ist auch Martin Gurdet, Geschäftsführer des Bundesverbands des Österreichischen Bergrettungsdienstes, überzeugt. 12.700 Bergretter – allesamt Freiwillige – stehen bereit, im Notfall auszurücken.

Gurdet warnt aber eindringlich davor, bei Lawinenwarnstufe 5 Touren zu starten: „Wichtig ist, dass man sich bei dieser Lawinenwarnstufe korrekt verhält. Da hat man im freien Gelände nichts verloren.“ Lawinenwarnstufe 5 bedeutet, dass auch ohne Zusatzbelastung Lawinen abgehen können, die große Schäden verursachen.

„Bei den Lawinenwarnstufen vier und darunter, muss man wissen, wo man hingehen kann und wo nicht. Und im Zweifelsfall von einer Tour absehen.“

Auch wenige Meter neben der präparierten Skipiste kann genau so viel passieren wie im freien Gelände, warnt Gurdet: „Wenn man auf der Skipiste ist, soll man auch dortbleiben.“

Sollte man in eine Lawine geraten, gibt es Verhaltenstipps, die im Extremfall Leben retten können: „Die Stöcke loslassen, sich möglichst frei bewegen und Schwimmbewegungen machen, um an der Lawinenoberfläche zu bleiben. Das ist aber nur Plan B. Nicht hineinzukommen, ist die oberste Prämisse“, sagt Gurdet. Auch die Ausrüstung ist s wichtig. Bei jeder Tour im alpinen Gelände – egal ob Schneeschuhwandern oder Tourengehen – sollte man immer ein Lawinenverschüttetensuchgerät, eine Schaufel und eine Sonde mitführen.

„Diese muss man im Stress aber auch bedienen können. Hierfür braucht es Übung“, sagt Gurdet. Am besten, wenn man die Retter gar nicht braucht. Den auch für sie sind die Einsätze nicht ungefährlich, sagt Gurdet: „Für uns gelten dieselben Lawinenwarnstufen.“