Chronik | Österreich
31.05.2017

Arbeiterkammer will Parkplatz-Abzocke vor Gericht bringen

Ex-Pächter hat mehr als 200 Euro für 30 Minuten Parken auf dem ehemaligen Zielpunkt-Parkplatz in Seiersberg nahe Graz verlangt.

Die Arbeiterkammer (AK) Steiermark will den ehemaligen Pächter des Parkplatzes der Zielpunkt-Filiale in Seiersberg nahe Graz vor das Strafgericht bringen: Mehr als 200 Euro sollten Autofahrer für 30 Minuten parken wegen Besitzstörung berappen. Zusammen mit Geschädigten brachte die Arbeiterkammer am Mittwoch eine Sachverhaltsdarstellung wegen Betrugsverdachts bei der Staatsanwaltschaft ein.

Zahlungsaufforderungen

Der ehemalige Pächter hatte mehrere Parkplätze auf dem Areal des früheren Supermarkts gemietet und Parkern auf seinen Flächen Zahlungsaufforderungen geschickt. In denen hieß es beispielsweise, dass das Auto eines Betroffenen im Juni 2016 rund 28 Minuten "ohne jede Genehmigung" auf dem Gelände in Seiersberg abgestellt war. Dies sei eine Besitzstörung und hätte einen Schaden von 265,30 Euro verursacht. Würde nicht bezahlt, drohe eine Besitzstörungsklage, beschrieb die Kammer die Vorgeschichte.

Das Areal war laut Kammer allerdings nicht als Privatparkplatz gekennzeichnet. Sie wittert Betrug, der nicht nur zivilrechtlich, sondern auch strafrechtlich verfolgt werden sollte.

AK und Grazer Anwalt vertreten 85 Betroffene

Insgesamt 85 Betroffene werden von der Arbeiterkammer und einem Grazer Anwalt vertreten. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Sachverhaltsdarstellung zu prüfen. Mindestens 8.200 Euro hat der Pächter von 25 Betroffenen, die sich bei der AK Steiermark gemeldet haben, schon kassiert. Es ist davon auszugehen, dass es noch weitere Geschädigte gibt. Sie können sich einem möglichen Strafverfahren anschließen.

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