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Chronik Österreich
05/03/2019

Anzeige gegen impfkritischen Arzt aus der Steiermark

Mediziner sprach sich in ORF-Doku gegen Impfen aus. Nun wurde er bei der Disziplinarbehörde angezeigt.

von Christian Willim

"Immun gegen Fakten - die wundersame Welt der Impfgegner": Unter diesem Titel ging am Donnerstag eine Reportage aus der ORF-Reihe "DOKeins" auf Sendung. Für den steirischen Hausarzt Klaus B. hat das ein Nachspiel. Der Mediziner hat sich nämlich in der Dokumentation gegen das Impfen ausgesprochen. Dafür wurde er nun bei der Disziplinarbehörde der Österreichischen Ärztekammer angezeigt.

Die Masern seien "eine übliche Kinderkrankheit, die zum Wachstumsprozess" dazugehörten und nicht per se "Komplikationen verursachen" würden, erklärte der Hausarzt im ORF.

"Untragbare" Aussage

"Aus ärztlicher Sicht ist der Fall eindeutig, mit der Anzeige wollen wir Patienten schützen", erklärte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, der die Anzeige selbst erstattet hat. Bezugnehmend auf die jüngst vermehrt publik gewordenen Masernfälle sei es "untragbar", dass ein Mediziner im öffentlichen Rundfunk die Bevölkerung "medizinisch falsch informiert".

„Es ist keine Falschinformation, sondern eine andere Sichtweise“, sagt Bielau zu dem Vorwurf. Es gäbe „die herkömmliche Sichtweise – das was man als Schulmedizin bezeichnet. Es gibt aber auch die anders denkende Medizin, die einem ganzheitlichen Weltbild folgt.“

Bekannter Impfkritiker

Gegen Bielau gab es bereits mehrere Disziplinaranzeigen, wie er selbst sagt.  Er gilt als einer der bekanntesten Impfskeptiker in Österreich und  ist der Ansicht, dass weder Viren noch Bakterien krank machen würden.  Und bewegt sich damit abseits jeder Schulmedizin.

Laut Ärztekammer wird der Fall nun zunächst vom Disziplinaranwalt und in weiterer Folge möglicher Weise auch von der Disziplinarkommission geprüft. Sanktionen können „von einem schriftlichen Verweis bis zur Streichung aus der Ärzteliste reichen“, hieß es auf KURIER-Anfrage.