Alpenverein mit 21.000 Mitgliedern mehr: Hinweis auf Gefahren am Berg

Präsident Schnabl verweist auf Wichtigkeit von Ausbildungen, sonst: "Risikosport"; 748.046 Menschen mittlerweile Mitglied beim ÖAV; Wien weiterhin mit den meisten Mitgliedern.
Eine Wanderin mit Winterkleidung und Rucksack geht auf einem verschneiten Berghang, umgeben von Nebel und karger Landschaft.

Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) hat mit einem neuen Mitgliederrekord aufgewartet: 748.046 Menschen waren Ende 2025 Teil des Vereins und damit über 21.000 mehr als im Jahr zuvor.

Vereinspräsident Wolfgang Schnabl verwies auf die damit einhergehende Verantwortung und die Wichtigkeit von Ausbildungen. "Ohne fundierte Ausbildung wird Bergsport umso mehr zum Risikosport", sagte er am Montag in einer Aussendung.

"Der Alpenverein hat die Hebel, um den Trend in die richtigen Bahnen zu lenken", hielt Schnabl fest. Dem schloss sich ÖAV-Generalsekretär Clemens Matt an, der auf alpine Unfälle im Fokus medialer Berichterstattung hinwies. "Solche Ereignisse treffen die alpine Gemeinschaft. Sie erinnern daran, dass Gefahren nie unterschätzt werden dürfen, und sie erinnern auch daran, dass bei allen Vorsichtsmaßnahmen und bei aller Erfahrung ein gewisses Restrisiko bleibt", sagte Matt wohl mit Blick auf den Erfrierungstod einer 33-Jährigen am Großglockner vor einem Jahr.

Vergangene Woche war ihr Freund, der sie kurz unter dem Gipfel zurückgelassen hatte, am Landesgericht Innsbruck wegen grob fahrlässiger Tötung nicht rechtskräftig schuldig gesprochen worden.

Alpenverein biete "tausende Kurse" an

Für Bergtouren seien Ausbildung, sorgfältige Tourenplanung und die ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten wesentlich. "Hier sieht der Alpenverein seinen klaren Auftrag", erklärte Matt. Der Alpenverein vermittle in "tausenden Kursen" alpinsportliche Kompetenzen.

Der ÖAV sah indes den Naturschutz als "gleichwertigen Auftrag" und wolle sich als "Anwalt der Alpen" engagieren. "Begeisterung für die Berge und Schutz der alpinen Landschaft gehören für uns untrennbar zusammen", gab Schnabl einen Schwerpunkt vor. Der Verein leiste seinen Beitrag durch Besucherlenkung, Hilfestellung zur öffentlichen Anreise und umfassende Klimaschutzmaßnahmen.

Sektionen auch außerhalb Österreichs mit Plus

Zudem nahm der Verein die geografische Verteilung seiner Mitglieder unter die Lupe. Wien blieb weiterhin mit 233.334 Mitgliedern das stärkste Bundesland, gefolgt von Tirol mit 114.733. Auf dem dritten Platz folgt Oberösterreich mit 86.880 Mitgliedern. Doch auch außerhalb Österreichs ist der Alpenverein präsent: Die beiden Auslandssektionen Britannia (Großbritannien) und Flandern (Belgien), die insgesamt 37.256 Mitglieder betreuen, verzeichneten zuletzt ein Wachstum von zwölf Prozent, hieß es.

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