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Chronik Österreich
02/06/2020

Alko-Skifahrer auf den Pisten: Seilbahnchef kündigt

Skifahrer beinahe von Pistenraupe überfahren. Großarl-Geschäftsführer will Verantwortung nicht länger tragen und kündigt.

von Christian Willim

In der Nacht sperren Skigebiete in der Regel ihre Pisten. Denn dann sind dort die Ratracs für Präparierungsarbeiten unterwegs. Dass das Ignorieren solcher Sperren lebensgefährlich ist, hat sich erst am vergangenen Wochenende auf tragische Weise in Kärnten gezeigt.

Wie berichtet, ist ein 24-jähriger Einheimischer im Kärntner Skigebiet Bad Kleinkirchheim nach Betriebsschluss talwärts gefahren. Er prallte gegen das gespannte Windenseil einer Pistenraupe, das er offenbar übersehen hatte, und erlitt tödliche Verletzungen.

Die Haftungsfrage bei möglichen Unfällen mit Ratracs auf gesperrten Pisten treibt die Fahrer der Geräte und die Seilbahnbetreiber seit Jahren um. In Großarl im Salzburger Pongau hat ein Geschäftsführer der Bergbahnen nun hingeschmissen, wie der ORF Salzburg berichtet.

Er kündigte, nachdem eine Pistenraupe in der Dunkelheit beinahe einen betrunkenen Skifahrern überfahren hatte, der im Schnee lag. Das war kein Einzelfall, sondern nur war nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

"Überall Betrunkene auf den Pisten"

„Wir haben bis spät in die Nacht zum Teil stark betrunkene Gäste, die uns leider auf allen Pistenabschnitten irgendwo entgegenkommen“, erklärt der kaufmännische Leiter der Großarler Bergbahnen, Josef Gruber, das grundlegende Problem hinter dem Abgang seines Kollegen.

Viele Skifahrer würden sich auf den Hütten betrinken und dann stark beeinträchtigt in der Dunkelheit abfahren. Dabei kommt es zu normalen Stürzen, aber auch zu Berührungen mit den Windenseilen von Pistenraupen. Und die sind – wie eingangs geschildert – lebensgefährlich.

In anderen Skigebieten Österreichs kommt es deshalb auch immer wieder zu Konflikten zwischen Seilbahnmitarbeitern und nächtlichen Tourengehern, wenn diese über die gesperrte Pisten fahren.

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