Chronik | Oberösterreich
20.04.2018

Wirtschaft gegen mehr Sperrzeiten auf dem Hauptplatz

Rund um die Schadstoffdiskussion in der Linzer Luft rückt der Hauptplatz in den Fokus der Stadtpolitik.

Linz. Unter dem Druck der hohen Stickstoffdioxid-Werte jenseits der EU-Grenzwerte in Teilen der Stadt Linz fordern vor allem die Grünen einen autofreien Linzer Hauptplatz. Das lässt die Wirtschaftskammer (WK) auf die Barrikaden steigen. Bei einer Totalsperre des Hauptplatzes und seiner Zufahrtsstraßen würden sich viele im Zentrum angesiedelte Firmen neue Standorte suchen, warnt der Linzer Kammerobmann Klaus Schobesberger.

Seit dem Sommer 2013 gilt an Samstagabenden und Sonntagen ein Fahrverbot am Hauptplatz. „Das hat sich bewährt. Um die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt voranzutreiben und die Stickstoffdioxidwerte zu reduzieren braucht es eine Ausweitung der Zeiten, an denen der Hauptplatz der sanften Mobilität vorbehalten ist“, sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger von den Grünen. Mit einem Pilotprojekt würde sie gerne im Juli und August die Auswirkungen testen. Für Anrainer, Lieferanten, Taxis und Busse solle es Ausnahmen geben. Nach dem Beobachtungszeitraum soll im Herbst eine Auswertung der Luftwerte erfolgen, schlägt Schobesberger vor.

Keine Verbesserung

Trotz der Ausnahmen ist der Wirtschaftssprecher strikt gegen weitere Sperrmaßnahmen. Gastwirte, Hoteliers, oder auch Apothekenbetreiber müssten für Gäste und Kunden erreichbar bleiben, fordert er. Mit einem totalen Fahrverbot vertreibe man die Geschäfte aus der Hauptplatzzone, trage aber nichts zur Luftverbesserung bei, ist der WK-Sprecher über- zeugt. Der Hauptplatz sei zu Stoßzeiten eine wichtige Zufahrt zur Nibelungenbrücke über die Donau. Wird diese gesperrt, verlagere sich der Verkehr Richtung Römerbergtunnel und Donaulände. Dort würden dann Staus und Emissionswerte noch weiter in Höhe schnellen.