Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Wien gehört zu den besten Börsenplätzen der Welt

Wien gehörte 2025 zu den zehn besten Börsenplätzen der Welt. Seit Jahresbeginn liegt der Österreichische Börsenindex mit zehn Prozent im Plus. Von Alois Wögerbauer.
Alois Wögerbauer

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?

 Als Fondsgesellschaft stehen wir zu globalen Aktienstrategien, aber wir stehen auch zu einer Beimischung des heimischen Aktienmarktes. Wussten Sie, dass die Wiener Börse 2025 zu den zehn besten Börsenplätzen der Welt gehörte? Wussten Sie, dass die Wiener Börse seit Jahresbeginn trotz des mehr als komplizierten globalen Umfeldes etwa zehn Prozent im Plus liegt?

Ein Problem der heimischen Kapitalmarktumgebung ist auch, dass es sinkende Aktienkurse meist in Schlagzeilen schaffen. Über steigende Kurse dagegen wird oft wenig bis gar nicht berichtet. Um Wiener Aktien richtig zu verstehen, sind drei Punkte zu berücksichtigen.

Die Unternehmen sind erfolgreich

Erstens: Wer notiert an der Börse? Ein Kardinalfehler in der Beurteilung ist und bleibt, dass man aus den Zahlen der heimischen Konjunktur oder den Handlungen der heimischen Politik eine Meinung zur Wiener Börse ableitet. Das ist falsch, das eine hat mit dem anderen wenig bis sehr wenig zu tun. Die überwiegende Mehrheit der in Wien notierten Unternehmen hat eine geringe Abhängigkeit vom Inland. Es handelt sich um stark in Osteuropa oder global verankerte Geschäftsmodelle, oft Marktführer in ihren Nischen, aber mit ihrer Zentrale in Österreich.

Investoren

Zweitens: Wer investiert? Wir heimischen Investoren, egal ob Private oder Institutionelle, sind nicht stark genug, um den Kapitalmarkt im Inland nachhaltig zu bewegen. Über drei Viertel der Umsätze an der Wiener Börsen kommen von internationalen Investoren. Deren Einschätzung und Wahrnehmung entscheidet daher über das Kursniveau, und nicht unsere. Nach Jahren der Flaute hat beginnend im März 2025 mit dem Konjunkturpaket Deutschlands das Interesse wieder zugenommen.

++ HANDOUT ++ SPATENSTICH FÜR ELEKTRO-STAHLERZEUGUNG DER VOESTALPINE IN LINZ: VISUALISIERUNG

Die Aktie der voestalpine liegt seit einem Jahr mit 88 Prozent im Plus.

Die Region wird wieder verstärkt von globalen Investoren interessiert verfolgt – anstatt einzig und allein auf die großen amerikanischen Tech-Riesen zu setzen. Damit gibt es auch wieder Nachfrage nach kleinkapitalisierten Unternehmen, in den Vorjahren oft vernachlässigt. Eine Lösung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, wenn auch aktuell nicht wirklich in Sicht, wäre ein weiterer positiver Treiber.

Drittens: Was sagt der Index? Die Mehrzahl der internationalen Indizes legen die Gewichtungen der einzelnen Unternehmen je nach Höhe des frei gehandelten Börsenwertes fest, auch in Wien ist dies der Fall.

Banken dominieren

Damit muss man wissen, dass die drei Großbanken Erste, Raiffeisen International und Bawag etwa 40 Prozent der Indexgewichtung ausmachen, mit dementsprechendem Einfluss auf die ATX-Performance. Das bedeutet nicht, dass Sie das in Ihrem Portfolio so umsetzen müssen, auch Fondsmanager streuen aufgrund der Gesetzeslage etwas breiter. Aktien sind die beste langfristige Vorsorge. Neben den globalen Investments gibt es auch regionale Champions. Erste und Vienna Insurance dominieren in Osteuropa. Voest, Palfinger, Andritz, Wienerberger oder Strabag sind Qualitätsführer in ihren Bereichen. Die Liste lässt sich fortsetzen. Ein kleiner Teil Patriotismus ist daher auch in der Geldanlage angesagt.

Wir empfehlen eine Gewichtung von fünf Prozent des Aktienteils.

Alois Wögerbauer ist Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investmentgesellschaft.

Kommentare