Chronik | Oberösterreich
23.08.2018

Waldbrand in Hallstatt vermutlich durch weggeworfene Zigarette ausgelöst

Deutlich weniger Glutnester. Situation hat sich laut Feuerwehr beruhigt.

Beim Waldbrand an der Echernwand im Weltkulturerbeort Hallstatt in Oberösterreich hat sich "die Situation beruhigt". Diese Lagebeurteilung gab der Feuerwehrkommandant für den Bezirk Gmunden Stefan Schiendorfer am Donnerstag auf APA-Anfrage bekannt. Der massive Einsatz der Helfer wurde aber fortgesetzt.

Bei Tagesanbruch am Donnerstag wurden noch an zehn bis 15 Stellen Glutnester und kleine Feuer gezählt. Am Tag davor waren es 40 und mehr gewesen, schilderten Schiendorfer und der Vizebürgermeister von Hallstatt Alfred Gamsjäger (SPÖ). Einige Häuser am Fuß der Wand blieben evakuiert, weil auch in der Nacht immer wieder zu hören war, dass Felsbrocken und Bäume vom Berg herunterpolterten. Die neun Bewohner kamen bei Verwandten, Freunden und Bekannten unter. Auch eine Straße, der Klettersteig in der Echernwand, die Standseilbahn auf den Salzberg sowie das dortige Schaubergwerk blieben weiterhin aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Vier Hubschrauber im Einsatz

Der massive Einsatz mit rund 100 Helfern ging auch am Donnerstag weiter. "Unser Ziel ist, einen Regen über der ganzen Brandstelle zu erzeugen, sie damit zu benetzen und zu kühlen", erläuterte Schiendorfer. Danach soll eine angekündigte Wetterlage mit Starkregen den Rest erledigen. Vier angeforderte Hubschrauber des Bundesheeres - darunter auch ein Black Hawk, der 3.000 Liter Wasser auf einmal transportieren kann - flogen nahezu ohne Pause. Sie schöpften Wasser im Hallstättersee und warfen es über der Felswand ab. Die Zahl der Hubschrauber sei laut Einsatzleitung ausreichend, in dem engen Einsatzgebiet sei für mehr nicht genügend Luftraum vorhanden. Auch eine Ablöse sei bei Bedarf vorgesehen. Am Berg spritzten weiterhin von der Bergrettung gesicherte Feuerwehrmänner mit Strahlrohren von oben auf die darunterliegende Felswand mit ihren Glutnestern. Dazu wurden eigens Leitungen verlegt und ein Wasserdepot angelegt.

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"Das Ganze erfolgt im hochalpinen Gelände. Die Männer können mit Fahrzeugen hinaufgebracht werden, müssen dann aber noch einen einstündigen Fußmarsch zum Einsatzort zurücklegen. Dort löschen sie bei 35 bis 40 Grad Hitze und unter starker Rauchentwicklung. Danach sind sie sichtlich erschöpft", schilderte Schiendorfer. "Das ist kein Kindergeburtstag." Vorerst komme man noch überwiegend mit örtlichen Kräften aus, aber Personal- und Geräte-Reserven im gesamten Bezirk Gmunden stünden bereit.

Wenn die Pläne der Feuerwehr aufgehen, könnten die Standseilbahn und das Schaubergwerk rasch wieder in Betrieb gehen. Die Schließung in der Hochsaison bedeutet für sie einen finanziellen Verlust. Auf den Weltkulturerbeort Hallstatt selbst hat der Brand keine Auswirkungen, der Zustrom an Touristen sei nach wie nach groß, berichtet Gamsjäger.

"Laut ersten Erhebungen durch die Brandverhütungsstelle Oberösterreich liegt die Vermutung nahe, dass der Brand durch eine achtlos weggeworfene Zigarette entstanden sein dürfte", teilte die Landespolizeidirektion Oberösterreich in einer Presseaussendung mit. Polizei und Feuerwehr berichteten übereinstimmend, dass der herausfordernde Löscheinsatz vorerst für die Helfer ohne Verletzungen und ohne technische Probleme verlaufen sei.