In Oberösterreich gibt es derzeit rund 20 Rotmilan-Brutpaare

© Birdlife

Oberösterreich
08/07/2019

Tierhasser vergifteten zwei geschütze Rotmilane

Vogelschutzorganisation BirdLife erstattete Anzeige gegen unbekannte Täter. Landesjagdverband verurteilt Anschläge scharf.

von Wolfgang Atzenhofer

Erste Vermutungen wurden nun bestätigt: Zumindest zwei Rotmilane sind heuer in Oberösterreich vergiftet worden. Je ein Rotmilan wurde bereits im April in den Bezirken Braunau und Grieskirchen tot aufgefunden. Sie starben, wie das nun vorliegende veterinärmedizinische Gutachten belegt, durch vergiftete Köder. Das Landeskriminalamt Oberösterreich ermittelt nun.

Auch Mäusebussarde unter den Opfern

Zeitgleiche Funde toter Mäusebussarde lassen auf weitere Opfer von Giftanschlägen schließen. Sowohl das Artenschutzprojekt für den Rotmilan in Oberösterreich als auch andere Forschungsprojekte seien durch die kriminellen Aktionen negativ betroffen, berichtete BirdLife Österreich.

Ein getötetes Rotmilan-Weibchen wurde in Meggenhofen gefunden. In seinem Umfeld gab es zudem eine auffällige Häufung toter Mäusebussarde.

Tod durch Carbofuran

Der zweite tote Rotmilan wurde in der Gemeinde Auerbach entdeckt. Die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich veranlasste die Untersuchung beider Vögel. Wie die Befunde nun zeigen, wurden beide Tiere mit dem Pflanzenschutzmittel Carbofuran getötet.

Im Körper eines Rotmilans konnte zusätzlich eine Schrotkugel nachgewiesen werden. Beide Fälle wurden von BirdLife zur Anzeige gebracht.

Auch in niederösterreichischen Zistersdorf sind zuletzt zahlreiche vergiftete Greifvögel entdeckt worden, hier laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Verbotenes Gift

Das Gift Carbofuran ist europaweit verboten, wird aber häufig zur bewussten Vergiftung von Wildtieren verwendet. Es führt schnell zur Lähmung der Tiere, sodass sie oft nahe der ausgelegten Köder zu liegen kommen. „Der Tod selbst kann sich aber über Stunden hinziehen. Hunde- und Katzenbesitzer im Umfeld dieser illegalen Aktionen fürchten zurecht um das leben ihrer Haustiere“, sagt Hans Uhl von BirdLife.

Die seit wenigen Jahren wieder nach Oberösterreich einwandernden Rotmilane brüten in Oberösterreich mit nur rund 20 Paaren und zählen so landes- und europaweit zu den gefährdetsten Greifvögeln. BirdLife stützt die regionale Wiederausbreitung mit Hilfe des Landes OÖ und vielen Jägern durch Bestandserhebungen und Horstschutzmaßnahmen.  Einzelnen Greifvogelhassern gehört deshalb mit allen rechtlichen Konsequenzen das Handwerk gelegt, fordert Uhl.

Empört ist auch Oberösterreichs Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner: „Vor bereits über 15 Jahren hat die Jägerschaft in Oberösterreich eine Initiative gesetzt, um Gifteinsatz in der
Natur nicht nur zu verurteilen, sondern auch zu verhindern. Leider gibt es nun offenbar wieder vereinzelt Personen, die glauben, mit Gift bestimmte Tierarten bekämpfen zu müssen. Wir setzen alles daran  die Täter zu überführen.“