Chronik | Oberösterreich
05.09.2018

Stadt sucht „Ersatzfläche“ für Alkoholkranke vom Markt

Szene soll vom Südbahnhofmarkt verlegt werden. Und Ordnungsdienst fährt mit E-Bikes auf Streife.

In manchen Linzer Stadtteilen ist durch neue Schutzzonen und Alkoholverbote Ruhe eingekehrt. Dafür stieg über den Sommer die Unruhe am Südbahnhofmarkt. Eine Randzone des größten Linzer Marktes wird nun von Personen, die am Hessenplatz vertrieben wurden, belagert. Die bereits mehrfach von FPÖ und ÖVP laut geforderte neue Verbotszone beim Markt kommt aber nun doch nicht. Darüber sind sich SP-Bürgermeister Klaus Luger und FP-Sicherheitsstadtrat und FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer doch einig.

Hatte Wimmer kürzlich noch eine „generelle Hausordnung für öffentliche Plätze und Parks “ in der Linzer Innenstadt gefordert, so winkt er nun wieder ab. „Aus rechtlicher Sicht hat es keinen Sinn, Verbote zu erlassen, wenn diese dann vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben würden“, sagt Wimmer. Stattdessen soll die Sozialbetreuung des betreffenden Klientels intensiviert werden. Verbannung der Alkoholkranken vom Marktgelände verlangte auch ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier.

Ersatzfläche

Für Bürgermeister Luger ist ein neuerliches Verbot derzeit keine Lösung. „Damit würde sich die Szene wieder in einen anderen Stadtteil verlagern“, sagt er. Stattdessen werden Polizei und Ordnungsdienst verstärkt gegen Drogen-Aktivitäten vorgehen. „Gleichzeitig sind wir auf der Suche nach einer Ersatzfläche, wo sich diese Menschen aufhalten können, ohne dass sie andere im öffentlichen Raum behindern.“

Als unproblematisch beschreibt Mario Gubesch, der Chef des Linzer Ordnungsdienstes die Überwachung der drei bereits verordneten Schutz- und Alkoholverbotszonen. Zusätzlicher Überwachungsaufwand durch den Ordnungsdienst sei nicht angefallen.

Für die 30-köpfige Organisation erhoffen sich Wimmer und Gubesch ab Jahresbeginn 2019 durch einen Testbetrieb mehr Effizienz und Diensterleichterung. Die Stadt Linz wird ein Jahr lang E-Bikes testen. Die zivilen Ordnungshüter, die täglich zwischen 20 und 25 Kilometer per Bus, Straßenbahn oder zu Fuß zurücklegen, sollen so leichter periphere Stadtteile betreuen können.