© Diözese Linz

Chronik Oberösterreich
04/11/2020

Solidarität mit den Leidenden

Christen beten nicht das Kreuz an, sondern schauen auf Jesus Christus.

von Josef Ertl

Der Karfreitag lenkt den Blick auf den leidenden Jesus am Kreuz – und damit auf das Leid von Menschen heute. Dieses Leid gelte es wahrzunehmen, betonte Bischof Manfred Scheuer beim Karfreitagsgottesdienst, der am 10. April um 15 Uhr aus der Linzer Priesterseminarkirche übertragen wurde. „Kein Mensch kann sich der Solidarität mit den Leidenden verweigern“, so der Linzer Diözesanbischof.

Gezeichnete mit innerer Schönheit

In seiner Predigt betonte Scheuer, der Karfreitag lenke den Blick auf den leidenden Jesus, aber auch auf die Gesichter von gezeichneten Menschen, auf die Gesichter von Kindern, die schon von klein auf geschlagen worden seien, auf die Gesichter von Jugendlichen, die keinen Platz in der Gesellschaft fänden und frustriert seien, auf die Gesichter von leiblich und psychisch Kranken, auf die Gesichter von Sterbenden, von Flüchtlingen. „Es gilt einmal wahrzunehmen, nicht wegzuschauen, nicht vergesslich zu werden. Und es gilt, hinter dem Schmutz und dem Schmerz die Würde, die Kostbarkeit und auch die innere Schönheit dieser Menschen zu sehen.“

Verantwortung

Der Bischof nahm in seinen Worten auch auf die gegenwärtige Coronakrise Bezug und mahnte zu verantwortungsvollem Handeln: Solange es keine wirksamen Medikamente und Impfstoffe gebe, müsse das Zusammenleben so gestaltet werden, dass das Virus möglichst nicht übertragen werde. Scheuer: „Das ist unsere Verantwortung und die gegenwärtig geforderte Form von Nächsten- und Selbstliebe. Vernunft und Glaube, Wissenschaft und Vertrauen sind da kein Gegensatz, sondern können durchaus zusammenspielen.“

Solidarität nicht verweigern

ChristInnen würden nicht das Leid und das Kreuz an sich anbeten, stellte der Bischof klar. „Wir schauen auf Christus. Wir brauchen nicht eigenmächtig um eines asketischen Ideals willen Leiden und Kreuz suchen und von uns her ergreifen. Aber kein Mensch kann völlig achtlos an der Leidensteilnahme vorübergehen und sich der Solidarität mit den Leidenden verweigern.“ Von Jesus her sei es ChristInnen aufgetragen, Leid zu verhindern, zu lindern und zu mindern. Bischof Scheuer: „Widerstand ist dort notwendig, wo es gilt, vermeidbares Leiden abzuschaffen; Ergebung und Annahme dort, wo Leid nicht überwunden, sondern nur ertragen und im Licht der Auferstehung Christi in Hoffnung verwandelt werden kann.“

 

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