Schluss mit der Böllerei!
Josef Ertl
Neun Feuerwehren mussten ausrücken, um den Wohnkomplex zu sichern. Ein Teil der Bewohner benötigte sofort eine andere Bleibe, in der Sanierungsphase brauchen nun auch alle anderen ein neues Zuhause.
Oberösterreichs Feuerwehren mussten in der Silvesternacht zu 49 Bränden ausrücken. Die meisten waren durch Böller ausgelöst. Zehn Menschen sind laut Rotem Kreuz von Feuerwerkskörpern verletzt worden: Verbrennungen an Armen und Beinen, Augenverletzungen und Hörschäden. Dabei verlief diese Silvesternacht relativ glimpflich. In der Vergangenheit gab es schon abgetrennte Finger, Augenlichter gingen verloren. Die Frage, die sich jedem vernünftig en Menschen stellt, ist: Muss das alles sein?
Die Gefahren werden unterschätzt
„Ich weiß, wie das funktioniert, ich habe alles im Griff.“ So lautet die Antwort jener, die der Böllerei frönen. Die Realität ist eine andere, wie die Brände und Verletzungen zeigen. Die Appelle, doch darauf zu verzichten, fruchten kaum. Der verbotene Import illegaler Böller aus Tschechien belegt, dass Vernunft und Maß für nicht wenige keine Rolle spielen.
Zu den materiellen Schäden und Verletzungen kommen noch die Schadstoffbelastungen, die Verängstigung vieler Tiere und der hinterlassene Müll. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch, wie sonst im ganzen Jahr nicht.
Somit bleibt nur eine Schlussfolgerung: Verbot von Böllern und Kleinfeuerwerken, wie das in Salzburg der Fall ist. Die Stadt bietet als Alternative ein spektakuläres Feuerwerk über der Festung.
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