Chronik | Oberösterreich
16.08.2018

Schlechter Ruf: Radzentrum und Weihnachten zur Imagekorrektur

Ein neues Rennradprojekt soll Wels Touristen und internationales Ansehen bringen.

Ein neues Rennradprojekt soll Touristen und internationales Ansehen bringen. Mit dem Angebot an den umstrittenen italienischen Innenminister Matteo Salvini das nicht allzu idyllische Wels als Ersatzurlaubsort zu wählen, konnte Bürgermeister Andreas Rabl, FPÖ, wenig Imagepunkte sammeln. Auch das Projekt „Kulturhauptstadt“ ist schon wieder weg vom Tisch. Mit der Gründung der für Österreich einmaligen „Rennradregion Wels“ stößt die Stadt nun zunehmend auf internationales Interesse und auf Sympathie in der Bevölkerung.

Während die touristische Radoffensive auch von der Opposition unterstützt wird, sieht man die Positionierung der Stadt zwischen Linz und Salzburg unter der blau-schwarzen Stadtregierung kritisch. Besonders die zehnprozentige Einsparung im Stadtbudget für die Kultur habe negative Effekte, sagt Kulturstadtrat Johann Reindl-Schweighofer, SPÖ. „Kultur findet beim Bürgermeister nicht die größte Unterstützung. Will man als Wirtschaftsstadt Fachkräfte locken, muss in diesem Bereich Angebot und Flair stimmen“, sagt er. Potenzial für eine Alleinstellung im Wettstreit der Städte wäre etwa durch die Welser Geschichte als römische Metropole vorhanden.

Einige Hunderttausend Euro beträgt dagegen das Budget für die Initiative „Wels ist Rad“, erklärt Stadtchef Rabl. Inkludiert ist da auch die Unterstützung des Profiradteams „Felbermayr Simplon Wels“, das rund um Starfahrer Riccardo Zoidl Österreichs beste Rad-Mannschaft bildet. Mit Erfolgen hat das Team seinen Wert für Wels gesteigert.

WM-Präsentation

Bei der im September anstehenden Rad-WM in Tirol werden Zoidl und Co. in ihren Welser Dressen Österreich beim Mannschaftszeitfahren vertreten. Gerne präsentiere man sich auf „der großen Bühne des Radsports“ mit, sagt Rabl. Neben den großen Weihnachtsaktivitäten in der Stadt sei die Radregion ein zweiter großer Image-Bringer für die Stadt, erklärt Rabl.

Für das Projekt Rennradregion habe man mit den Nachbarorten Sattledt und Kremsmünster Partnerschaften geknüpft, berichtet Tourismus-Geschäftsführer Peter Jungreithmair bereits über Interesse aus England, Belgien und Deutschland. „Uns geht’s um die Belebung der Stadt und der Region an den Wochenenden. Während der Woche sorgen Wirtschaftstouristen ohnehin für eine gute Bettenauslastung“, sagt er.

Mit 15 ausgewiesen Rennradtouren zwischen 50 und 150 Kilometer wird Profis und Hobbyfahrern von Wels aus ein beachtliches Trainingsnetz geboten. Vom laufenden begleitenden Ausbau der Radwege profitieren auch die Einheimischen. „Ich war heuer schon 5000 Kilometer unterwegs. Das Angebot ist super“, bestätigt Radfahrer Peter Matzner, 70.