Scharli, das Schlitzohr
Scharli, das Schlitzohr, die Omama und Seppy
Oft merken wir es gar nicht, wenn sich wieder jemand dazugeschwindelt hat. So wie kürzlich, als sich Omama plötzlich ganz merkwürdig benommen hat. Sie hat kaum mehr mit uns gesprochen, ihre Bewegungen waren hektischer als sonst und manchmal hat sie genickt und gelächelt, obwohl niemand mit ihr gesprochen hat. Oft hat sie übertrieben fröhlich gewirkt, dann aber wieder traurig oder nachdenklich. Irgendwie hat sie ein Geheimnis aus allem gemacht. Dann waren plötzlich Dinge weg, die wir dringend gebraucht hätten.
Eine charmante Figur
Wir mussten Omama natürlich fragen, ob sie vielleicht weiß, was da los ist. Fast ein bisschen erleichtert hat sie uns erzählt, dass sie jemanden kennengelernt hat: Scharli. „Er ist die charmanteste Figur, die man sich vorstellen kann!“, hat sie gesagt. Dann erzählte sie uns noch, dass es ihm nicht so gut geht und er dringend dies und das brauchen würde, um sich wieder besser zu fühlen. Ein Tuch hier, ein Kästchen da, und noch ein bisschen was obendrauf.
Aha, dahin sind also unsere Requisiten verschwunden. Doch irgendwie tat uns dieser Scharli auch ein wenig leid, vielleicht könnten wir ihm ja behilflich sein, und wir haben versucht, ihn zu finden. Wir haben Scharli nicht gefunden, wohl aber seine Ausweiskarte. Und da stand der ganze Name: nicht Scharli, sondern Scharlatan. Und es kommt noch dicker, sein Zuname ist Schlitzohr. Scharlatan Schlitzohr! Wie er aussieht? Ich weiß es nicht, hab’ ihn nie gesehen. Er ist einfach verschwunden. Aber er treibt jetzt sicher irgendwo anders sein Unwesen, der Scharli, dieses Schlitzohr.
Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.
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