Radprofis sattelten auf Kaffeehandel um

60 verschiedene Sorten aus aller Welt gibt es im Linzer Geschäft Drip Coffee Culture. Von Werner Rohrhofer.
Drip

Im wahrsten Sinn des Wortes „umgesattelt“ haben drei österreichische Radprofis. Sie eröffneten in der Linzer Altstadt einen Kaffeefachhandel mit internationalen Sorten, von denen die meisten Kaffeefans nicht einmal wissen, dass es sie gibt.

 

Der KURIER begab sich in die weite Welt der braunen Röstbohnen im Geschäft namens „drip coffee culture“ in der Adlergasse 11 nahe dem Stifterhaus. Betritt man das historische, frisch renovierte Gewölbe, ist sofort klar: Kaffee so weit das Auge und vor allem auch das Geruchsorgan reichen.

Und doch ist es kein Kaffeehaus, will es auch gar nicht sein. „Wir sind ein Kaffeefachgeschäft, wo die Menschen einkaufen, meistens nach einer Tasse als Kostprobe“, sagt Geschäftsführer Daniel Eichinger.

Drip ist Filterkaffee

„Drip“ steht übrigens für Filterkaffee, wird man im Linzer Spezialgeschäft aufgeklärt. Eichinger war Radprofi, hat sich aber jetzt ganz dem Kaffee verschrieben. Weiters im Team die noch aktiven Radrennfahrer Felix Großschartner und Michael Gogl sowie der Fahrradhändler Dominik Prexl. Dass die Kaffeemannschaft vom Radsport kommt, ist kein Zufall. „Im Radrennsport wird viel Kaffee getrunken, weil er aufputschend wirkt“, erzählt Eichinger, der auch heute noch im Schnitt auf sechs Espresso pro Tag kommt, „aber nicht nach 14 Uhr, sonst kann ich nicht schlafen“. 

Drip

Eichinger bietet 60 verschiedene Kaffeesorten an.

Eine übergroße Kaffeemaschine und andere einschlägige Gerätschaften zeugen von der Vielfalt rund um die „coffee culture“, die hier vermittelt werden soll. Vor allem aber ist es das „Produkt Kaffee“ selbst, so Eichinger. Rund 60 verschiedene Sorten hat man im Angebot. Die Liste der Herkunftsländer ist lang: Kolumbien, Panama, Äthiopien, Brasilien, Kenia und andere. „Man kann sagen, alle Länder in der Nähe des Äquators“, weiß Eichinger, „wobei die Kaffeepflanze am besten in höheren Lagen, etwa ab 1.000 Metern, gedeiht“. Der Weg führt über die oberösterreichischen Kaffeeröstbetriebe – die die Bohnen direkt von den Produzenten beziehen – in den Fachhandel. Die Wertschöpfung verbleibt damit zu einem wesentlichen Teil bei den Kaffeebauern, die wiederum garantieren, dass die Bohnen handgeerntet sind.

Das Kilo zwischen 35 und 250 Euro

 Eine Frage drängt sich bei aller Exklusivität natürlich auf: „Wie viel kostet ein Kilo Kaffee im Drip-Laden?“ Das hänge naturgemäß von der Sorte ab, sagt Eichinger, „der Kilopreis geht von 35 Euro bis 250 Euro, immer aber mit Qualitätsgarantie.“ Stichwort Sorte. Ein Blick auf die Angebotstafel des Linzer Geschäfts lässt staunen, was es alles gibt. Darf’s zum Beispiel ein „Pink Bourbon“ aus Kolumbien sein, mit dem Geschmack von Rosenwasser und der Passionsfrucht? Oder eine Tasse „Geisha“ aus Guatemala mit Zitronen- und Grapefruit-Aroma? „Geisha“ gibt’s aber auch aus Panama, allerdings mit Kiwi und Pfirsich. Das Drip-Team ist jedenfalls bis jetzt mit der Entwicklung des Geschäfts hochzufrieden, „unser Konzept geht auf“ (Eichinger). Selbiges umfasse ja nicht nur den Verkauf von Spezialkaffee, sondern sei auch verbunden mit viel Information für die Kundschaft. Übrigens: Ob man einen Kaffee gekauft hat oder nicht, das Aroma begleitet einen nach dem Verlassen des Ladens noch geraume Zeit.

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