55 Operationen verschoben: 2. Streiktag der Ordensspitäler in OÖ

Streik richtet sich vor allem an die Landespolitik; 37-Stunden-Woche als Knackpunkt bei den Verhandlungen.
Menschenmenge mit einem Transparent mit der Aufschrift "Wir streiken"

An den acht oberösterreichischen Ordensspitälern ist am Dienstag erneut das nicht-ärztliche Personal in Streik getreten. Denn in sechs Kollektivvertrags-Verhandlungsrunden konnte keine Einigung erzielt werden.

Knackpunkt ist vor allem die geforderte Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden pro Woche. 55 Operationen über alle Standorte hinweg mussten am Dienstag verschoben werden. Sie werden oder wurden bereits nachgeholt, berichteten die Ordensspitäler in einer Presseaussendung.

Wie schon beim ersten Streik habe der Betriebsrat der Barmherzigen Brüder Linz die Übernahme der Streikleitung abgelehnt, dieses Spital ist also offiziell nicht dabei. Es seien aber sehr wohl auch Leute von den Brüdern auf die Straße gegangen, hieß es von der Gewerkschaft. Genaue Teilnehmendenzahlen sollten im Lauf des Tages genannt werden.

Laut Spitälern nur 500 Teilnehmende

Laut Ordensspitälern nahmen oberösterreichweit rund fünf Prozent der nicht-ärztlichen Belegschaft, knapp 500 Personen, am Streik teil. „Diese Zahl zeigt deutlich, dass der überwiegende Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Streikaufruf der Gewerkschaft vida nicht gefolgt ist“, hieß es. Man blicke „zuversichtlich“ auf die nächsten Gespräche und hoffe, „die Maßnahmen aus dem vorgelegten Angebot“ umsetzen zu können.

"Kein akzeptables Angebot der Arbeitgeber“

Es gebe nach sechs Verhandlungsrunden kein akzeptables Angebot der Arbeitgeber, vor allem was die Arbeitszeitverkürzung angehe, so die Gewerkschaft vida. Mit dem zweiten Streik, nach dem ersten am 22. Jänner, wende man sich vor allem an die politischen Entscheidungsträger. Das Land Oberösterreich finanziert die Ordensspitäler maßgeblich.

Besonders Gesundheitslandesrätin Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) sieht die Gewerkschaft gefordert, „Verantwortung zu übernehmen und einer Lösung den Weg zu ebnen“. Die Arbeitnehmer hatten zwar zuletzt akzeptiert, dass die Arbeitgeber den Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes (3,3 Prozent) übernehmen, beim Thema Arbeitszeitverkürzung spießt es sich aber. Zuletzt war die Gewerkschaft mit einer 37-Wochen-Stunde entgegengekommen, zuvor wurde eine Verkürzung auf 35 Stunden gefordert.

Kommentare