Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

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Börse
01/18/2020

Optimistisch für Österreichs Börse

Die Vorzeichen für die Kursentwicklung der Unternehmen an der Wiener Börse sind positiv.

von Josef Ertl

Was wird das neue Jahr an den Börsen bringen? Wird es ähnlich gut wie 2019? 2020 hat jedenfalls in den ersten drei Wochen gut begonnen und den Trend von 2019 fortgesetzt.

Keine Rezession

„„Wir sind optimistischer als der Konsens“, erklärte Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investmentgesellschaft, Montagmittag vor den Gästen des Oberbank Private Banking Neujahrslunch. Wögerbauer verwaltet mit seinem Team rund 10,4 Milliarden Euro. Die Rezession sei abgesagt, es handle sich um eine normale zyklische Abschwächung. Die Weltwirtschaft werde um drei Prozent wachsen, das sei wahrscheinlich die neue Normalität. Donald Trump brauche für seine Wiederwahl eine gute US-Konjunktur und eine zumindest stabile Börse. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich nun auch die amerikanische Nationalbank (FED) dezidiert für einen negativen Realzins ausgesprochen.

Positiv für Wien

Aktien seien zwar nicht billig, aber auch nicht überteuert, es gebe global deutliche Unterschiede. „Wir sind besonders optimistisch für die österreichische Börse, denn angesichts des guten Rufes der neuen Regierung werden Auslandsgelder nach Wien fließen“, so Wögerbauer.

Der dauernde tiefe Zins sei die Basis für weitere Bewertungsausdehnungen bei Aktien, hohe und nachhaltige Divdentenrenditen seien ein überzeugendes Argument. An der Wiener Börse betrage die durchschnittliche Dividendenrendite 3,8 Prozent. Das ist doch beträchtlich angesichts der Tatsache, dass für Guthaben am Sparbach derzeit kaum Zinsen bezahlt werden.

Gold bleibe ein solider Baustein im Anlageportfolio, solange den Notenbanken die Trendumkehr nicht gelinge. Gold sei aus der mehrjährigen Bodenbildung ausgebrochen. Die Rohstoffe seien die einzig verbliebene Asset-Klasse ohne Hype durch die Liquidität. Der Bloomberg Commodity Index, der 2010 bei 130 Prozent lag, bewegt sich seit 2015 um die 60 Prozentpunkte. Man sollte deshalb die Rohstoffe nicht aus den Augen verlieren.

 

Die Politik der Notenbanken sieht Wögerbauer kritisch. Ihre Bilanzsummen sei extrem gewachsen, eine Normalisierung liege in weiter Ferne, ihre Rückführung werde auch im neuen Jahrzehnt nicht gelingen. So stiegen die Bilanzsummen der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank, der amerikanischen FED und der Peoples Bank of China von knapp 5000 Milliarden Dollar im Jahr 2005 auf 20.000 Milliarden Ende 2019. Die EZB habe seit 2015 rund 2500 Milliarden Euro in den Ankauf von Staatsanleihen gesteckt, ohne das angestrebte Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Sie liegt tatsächlich bei 1,2 Prozent. Wögerbauer: „Es ist Zeit für neue Ideen.“

Risiko

Ganz generell meinte Wögerbauer, natürlich gebe es bei Aktiein ein Risiko, aber nicht investiert zu sein sei auch Risiko.

Warum sind trotz der Vorteile gegenüber dem Sparbuch so wenige Menschen in Aktien investiert? Oberbank-Vorstand Josef Weißl meint, es brauche dafür ein gewisses unternehmerisches Denken, nämlich Risiko zu nehmen. Der reelle Negativzins sei immer noch nicht wahrgenommen worden, wogegen der nominelle Negativzins aufrege. Die Aktie der Oberbank sei im vergangenen Jahr um acht Prozent gestiegen.

Längster Zyklus

Erich Stadlberger, Direktor der Abteilung Private Banking, sagte, der aktuelle Aktienzyklus in den USA sei der längste in der Geschichte, aber auch der flachste. Die Abstände zwischen den Rezessionen würden immer länger. Die aktuelle Bewertung der Aktien sei angesichts tiefer Zinsen gut argumentierbar. Der norwegische Pensionsfonds, der größte Einzelinvestor der Welt, setze zu 70 Prozent auf Aktien und sei weltweit in 9000 Firmen investiert.

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