Öl und Gas: Wir stehen wieder einmal nackt da

In jeder Krise stehen wir nackt da. Als die Russen vor vier Jahren die Ukraine angriffen, und heute, weil Israel und die USA das Mullah-Regime in Teheran bombardieren.
Ein lächelnder Mann mit grauem, gewelltem Haar und Anzug mit Krawatte.

Es kostet die Menschen und Unternehmen unglaublich viel Geld, um unsere Blößen in der Energieversorgung zu decken.

Wir wollen es zu Hause zwar warm haben, das Internet und der Fernseher sollen funktionieren, der Treibstoff für unsere Ausflüge und Reisen soll ebenso billig sein wie das Heizen. Gleichzeitig wollen wir vieles nicht: keine Atomenergie, keine Kohle, kein Holz, eigentlich auch kein Gas und Öl, keine Windräder und keine Stromleitungen. Woher soll die Energie eigentlich kommen?

Und was haben wir dafür getan, dass es ausreichend Energie gibt? Wenig bis gar nichts. Der Kaiser sieht wieder einmal, dass er nackt ist. Wir in Europa halten uns ja alle für kleine Kaiser. Dabei importieren die EU-Länder fast 60 Prozent der Energie, während die USA netto ein Energie-Exporteur sind. Steigende Energiepreise sind deshalb für uns Europäer das weitaus größere Problem als für die Amerikaner. Vor allem für die hiesigen Unternehmen sind die Energiepreise, die bis zum Fünffachen der US-Preise reichen, eine enorme Belastung.

Wir sollen dabei die „Schuld“ nicht an internationale Entwicklungen oder die EU abschieben , sondern uns selbstkritisch fragen: Was haben wir in Österreich und in Oberösterreich unternommen, dass es ausreichend leistbare Energie gibt? Wie man die Sache auch dreht und wendet, es war zu wenig. Es braucht Energiepläne mit klaren Zielen und Ausbaustufen. Sie werden sich über Jahre erstrecken und viel Geld kosten, aber unsere Energieunabhängigkeit ist zentral für die Unternehmen und die Menschen. Alle Beteiligten sind eingeladen, über ihre Schatten und Barrieren zu springen, die sie aufgebaut haben.

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