Waldbrand auf dem Almkogel bei Mondsee

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Chronik | Oberösterreich
07/07/2019

Oberösterreich: Nun Feuerverbot in den Wäldern

Die Waldbrände haben ihre Ursachen in der Klimaerwärmung und den niederschlagsarmen Sommern.

„Gegen die Waldbrände kann man nicht wirklich viel tun.“ Dennoch hat die Forstbehörde des Bezirkes Vöcklabruck nun eine Waldbrandverordnung erlassen, die das Anzünden von Feuer im Wald bzw. in angrenzenden Wiesen verbietet. Es sind auch keine Zigaretten erlaubt, es sollten keine Flaschen weggeworfen bzw. Glassplitter vermieden werden, die durch die Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Hitze Feuer entfachen können. Denn das alles kann Waldbrände auslösen. Die Strafen sind mit zu 7000 Euro beträchtlich.

 

Anlass für die Vorsichtsmaßnahme ist der Waldbrand auf dem Almkogel beim Mondsee vergangenen Sonntag.

Hitze ist schlecht

Landesforstdirektorin Elfriede Moser sieht die Ursachen für die zunehmende Anzahl an Waldbränden auch noch grundsätzlicher. Das Klima erwärmt sich, die Niederschläge im Sommer gehen zurück. Deshalb werde es im Wald trockener. „Durch die schlechte Wasserversorgung werden die Bäume geschwächt, sie können weniger Harz bilden, der sie gegen die Borkenkäfer schützt“, sagt sie im KURIER-Gespräch. „Die warmen Temperaturen begünstigen die Borkenkäfer.“ Besonders brandgefährdet seien die Kiefer- und Fichtendickungen im Alter bis zu 40 Jahren. Je älter der Baumbestand sei, umso robuster sei er.

Enorm viel Schadholz

„Die Fichte, die mit 50 Prozent den Hauptteil der oberösterreichischen Wälder ausmacht, kommt durch den Klimawandel in Bedrängnis. Ab einer Jahresmitteltemperatur von 11 Grad kann sie nicht mehr in geschlossenen Beständen vorkommen.“ Dieser Veränderungsprozess gehe langsam vor sich. Im vergangenen Jahr seien wegen des Borkenkäfers 1,3 Millionen Festmeter Schadholz angefallen, und weitere 700.000 Festmeter durch andere Schädigungen wie durch Sturm. Der Gesamteinschlag habe 3,5 Millionen Festmeter ausgemacht, in normalen Jahren seien es 2,5 Millionen.