Nora Peneder will mit App die Pflegekosten senken

Nora Peneder vereinfacht mit einer App die Suche nach Pflegekräften. Die Vermittlungskosten sollen dadurch entfallen. Von Karl Leitner.
Nora Peneder

„Es ist ein völlig neues Modell, das wir am Markt positionieren“, sagt Nora Peneder, Chefin des Linzer Start-ups „Noracares“. 

Die 35-jährige Jungunternehmerin will den milliardenschweren Pflegemarkt revolutionieren – entsprechend nennt sie ihr Projekt „Pflegemarkt 2.0“ Das Konzept ist so einfach wie gut: Angehörige von Pflegebedürftigen werden mit potenziellen Pflegepersonen (Krankenschwestern, Altershelfer) via App in mehreren Ländern direkt zusammengebracht – ohne zwischengeschaltete Agentur. 

Man lernt einander im Videostream kennen und wenn alles passt, wird die Betreuungsperson engagiert – ohne hohe Vermittlungsgebühren. „Noracares ist eine digitale Pflegeplattform, die den kostspieligen Zwischenschritt einer herkömmlichen Vermittlung eliminiert“, sagt Peneder.

Die Kostenersparnis in Österreich liege bei 400 Euro im Monat – macht 4.800 Euro im Jahr. Für Peneder, die in ihrer Freizeit Sport ausübt, tanzt und malt, ist die App „die digitale Rettung aus der Kostenfalle.“ „Noracares“ will allein in Österreich 900.000 Angehörige von pflegebedürftigen Menschen ansprechen. Die Idee für die Gründung des Start-up kam Peneder, als der Ehemann einer Freundin direkt betroffen war: Er brauchte nach einem Schlaganfall eine 24-Stunden-Hilfe. Peneder: „Da erlebte ich hautnah das Chaos, die Intransparenz und den immensen Kostendruck des bestehenden Systems.“ Zwei Jahre hat sie an der Entwicklung der App gearbeitet, wobei es ohne finanzielle Unterstützung eines Investors nicht gegangen wäre – ein bekannter Unternehmer, der nicht genannt werden will.

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