Chronik | Oberösterreich
11.07.2017

Nach Rücktritt: Bürgermeister übernimmt Finanzen selbst

SPÖ Linz muss nach Abgang von Vizebürgermeister Forsterleitner ihre Agenden neu ordnen.

Demonstrative Einigkeit versucht die Linzer Bürgermeisterpartei SPÖ nach dem angekündigten Abgang von Vizebürgermeister Christian Forsterleitner, 40, an den Tag zu legen. In der Stadtregierung müssen die drei künftigen SPÖ-Mitglieder ihre Agenden neu aufteilen. Das durch den Forsterleitner-Rücktritt frei werdende Finanzressort übernimmt SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger selbst.

Gerüchte über Umstimmigkeiten in der SPÖ dementierten sowohl Luger als auch Forsterleitner in einer Pressekonferenz entschieden. Er verliere seinen engsten Mitarbeiter, es wäre ihm lieber gewesen, Forsterleitner hätte sich nicht für den Ausstieg entschieden, versicherte Luger. Forsterleitner verwies auf die von ihm eingeleitete Budgetkonsolidierung und die Einbringung der städtischen Firmen in die neue Linz-Holding als abgeschlossenes Paket. Er will in die Privatwirtschaft zurück.

Als Beleg für die Einigkeit verwies Luger auf die montägige Wahl der Gemeinderätin Regina Fechter, 60, zur Stadträtin. Sie erhielt in den SPÖ-Gremien 100 Prozent der Stimmen. Fechter wird ihren Beruf als Direktorin des Polytechnikums Urfahr aufgeben und soll mit der nächsten Gemeinderatssitzung am 21. September das neue Amt übernehmen. Bis dahin will Forsterleitner im Amt bleiben und für eine geregelte Übergabe seiner Schlüsselressorts, Finanzen und Personalwesen, sorgen. Wie unter den künftigen drei roten Stadtsenatsmitglieder alle übrigen Agenden der SPÖ aufgeteilt werden, wird nach der Urlaubszeit Ende August ausverhandelt, erklärte Luger. Wie berichtet wird die jetzige Sozialstadträtin Karin Hörzing ins Amt der Vizebürgermeisterin aufsteigen. Von den anderen Fraktionen in der Stadtregierung erwartet Luger keine Widerstände. Die SPÖ habe zuletzt auch eine Neuordnung unter den ÖVP-Mitgliedern nicht kommentiert und akzeptiert, meinte der Bürgermeister.

Forsterleitner beklagte, dass manche Mitglieder der Stadtregierung mehr parteipolitisches Interesse verfolgen als das Wohl der Stadt Linz. Auch das habe seinen Entschluss zum Ausstieg bestärkt. Namen wollte er dazu nicht nennen. Als wichtige Reformpakete in der Linzer Stadtpolitik nannte er die verstärkte Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, sowie den Aufbau einer modernen digitalisierten Datenverarbeitung in der Stadtverwaltung. Seine berufliche Zukunkt kenne er noch nicht, bekundete Forsterleitner. Eine Tätigkeit in einem stadtnahen Betrieb schloss er aber aus.