Chronik | Oberösterreich
01.07.2018

„Mehr tun, sonst überlebt man nicht“

Europapreis. Hinterstoder setzte sich unter 23 Orten durch und holte sich „Europäischen Dorferneuerungspreis“

„Es ist ein toller Erfolg. Das gibt Auftrieb und eine gute Werbung ist es auch.“ Bei Helmut Wallner, dem Bürgermeister der Tourismusgemeinde Hinterstoder und vielen Aktiven im Ort ist die Freude groß – der Europäische Dorferneuerungspreis wurde ihrer Gemeinde zuerkannt.

23 europäische Städte und Dörfer haben sich beworben. St. Andrä in Kärnten, Hopfgarten in Osttirol und Waidhofen/Ybbs in NÖ waren die österreichischen Mitbewerber.

Es werde sich schon eine schöne Schar finden, die im September zur Preisverleihung nach Fließ in Tirol mitfahren wird, ist Wallner überzeugt. Beim dreitägigen Festsymposion will man sich „mit ausgewählten Schmankerl“ aus den vielen Projekten der vergangenen Jahre präsentieren. Den wirklichen Lohn darf Hinterstoder 2020 einfahren. Dann wird das nächste Dorferneuerungsfest in der Siegergemeinde veranstaltet. „Da kommen Vertreter der Teilnehmerorte und auch jene, die sich um eine Teilnahme bemühen. Wir werden uns gut präsentieren können“, schwärmt Wallner. 70 Prozent der 950 Gemeindebürger leben vom Tourismus.

Dorferneuerung wird in Hinterstoder seit 1992 praktiziert. Gemeindeverantwortliche und Aktivisten des Dorferneuerungsvereins ziehen an einem Strang. Infrastrukturprojekte, wie die Zentralen von Feuerwehr, Bergrettung, das Musikheim oder auch die spektakuläre Hösshalle sind in kooperativer Arbeit entstanden. Spektakulär ist der Wanderrundweg mit markanten Aussichtsplattformen.

Stolzer Bürgermeister Helmut Wallner

Mitarbeit

Vereinsmitglieder legen bei den Projekten selbst Hand an. „Nur so sind sie finanzierbar“, sagt Wallner. Für ihn steht fest: „Wenn man in kleinen Orten nicht mehr tut als in großen überlebt man nicht“.

Das Lob der Jury, die den Europapreis verlieh, ist groß. Die Hebung der Lebensqualität sei im zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor geworden. Hervorgestrichen werden die Erstellung des Naturkonzepts für das Stodertal, Rückwidmungen von Baugründen in Grünland oder Projekte für Verkehrssicherheit, Gesundheit und hohe architektonische Qualität.

Die Auszeichnung gibt Kraft für die nächsten Taten. „Co-Housing“ nennt sich etwa ein Wohnprojekt in dem Junge und Alte gemeinsam leben. Und: 2020 kehrt der Ski-Weltcup nach Hinterstoder zurück. Schon jetzt sind viele damit befasst.