Lukas Weißhaidinger wirft und Tochter Lola rennt

Lukas Weißhaidinger geht mit viel Erfahrung und mit der Gelassenheit des stolzen Jungvaters in die neue Saison. Von Gerhard Marschall.
ATHLETICS-WORLD-2025

„Mir geht es wie jedem anderen: Einmal reicht!“ Lukas Weißhaidinger hat in seinem Heimatort Taufkirchen an der Pram (Bez. Schärding) ein Haus gebaut, ein zweites ist nicht geplant. „Zu Weihnachten sind wir eingezogen“, erzählt er.

Wir, das sind Partnerin Hanna und Töchterchen Lola. Sie sei knapp ein Jahr und beginne soeben zu laufen, kommt Österreichs bester Leichtathlet ins Schwärmen: „Das gibt einem schon Kraft. Es wäre schade, wenn man das nicht miterleben könnte.“

Frühlingsgefühle

Insofern trifft es sich gut, dass Diskuswerfer im Winter Wettkampfpause haben. Freilich blickt Weißhaidinger der Saison freudig entgegen. „Jetzt kommen die Frühlingsgefühle für das Werfen“, wie er sagt, da verlagert sich die Trainingsarbeit ins Freie. Seinen Lebensmittelpunkt hat er samt Familie wieder vom Innviertel in die Südstadt bei Wien verlegt. Er kooperiere dort auch viel mit dem Institut Leistungssport Austria, sagt Weißhaidinger, sei für die professionelle Betreuung dankbar. Hier werde sich in den nächsten Jahren viel Positives für den Spitzensport entwickeln.

Im Mai bis 68 Meter

Das erste Saisonziel ist klar abgesteckt: „Im Idealfall sollten Anfang Mai Weiten bis zu 68 Meter und mehr möglich sein.“ Passieren soll das bei Testwettkämpfen in Schwechat, denen momentan die ganze Konzentration gilt. Laut Coach Högler geht es darum, dass sich Lukas für die gut dotierten Diamond-League-Meetings aufdrängt. „Vielleicht flattert die eine oder andere Einladung ins Haus“, hofft Weißhaidinger. Anfang Juni wird es in St. Pölten die erste Standortbestimmung geben, gefolgt vom Meeting in Eisenstadt. 

Im August in Andorf

Andorf Anfang August ist ebenfalls ein Fixtermin. Taufkirchen steht heuer nicht im Kalender. Sepp Schopf, Weißhaidingers Entdecker und erster Trainer, hatte das Meeting mitorganisiert. Nach seinem Tod wird eine Pause zur Neuausrichtung der Veranstaltung eingelegt.

Was er am 13. August tun wird, weiß Weißhaidinger bereits. Da steht bei der Leichtathletik-EM im englischen Birmingham das Finale im Diskuswerfen auf dem Programm. „Besser machen als in Tokio“, sagt er und kann über sein Malheur bei der WM im Vorjahr bereits lachen. Er rutschte im regennassen Wurfring aus, stürzte und schloss auf Platz neun ab. „Wenn alles passt, ist sehr viel möglich“, rechnet sich Weißhaidinger dieses Mal einiges aus. 

Ziel ist eine Medaille

Man müsse mit solchen Ansagen jedoch vorsichtig sein, weil sie vermessen wirken könnten. „Aber wenn man nicht eine Medaille als Ziel angibt, fragen die Leute: Warum fährt der überhaupt hin?“ Tatsache sei, dass bei großen Wettkämpfen jedes Mal ein, zwei Athleten zu besonderer Form auflaufen. „Warum nicht ich!“, sagt sich Weißhaidinger. Immerhin sei er amtierender Vize-Europameister. Vor zwei Jahren hat er bei der EM in Rom Silber gewonnen, 2018 in Berlin Bronze.

„Ich glaube, ich bin ganz gut drauf“, ist Weißhaidinger mit seiner Frühform zufrieden. Ans Aufhören denkt der 34-jährige Athlet sowieso nicht, sein Blick reicht über die kommende Saison hinaus: „2026 ist definitiv schon der erste Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.“

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