Beim Linzer Römerbergtunnel sorgt hohe Stickstoffdioxid-Belastung für unerwünschte Aufmerksamkeit in Brüssel

© Harald Dostal

Oberösterreich
12/18/2018

„Lufthunderter“ greift erstmals, Land weiter im Visier der EU

Mit Tempo 100 auf A1 Grenzwert der EU unterschritten, Verkehr in Linzer City bleibt ein Sorgenkind.

von Wolfgang Atzenhofer

Dem Land Oberösterreich ist Teilerfolg gegen drohende Millionenstrafen der EU-Kommission gelungen. Es steht wegen nicht eingehaltener Luftgrenzwerte am Prüfstand. Indem man im heurigen Jahr an der Westautobahn A1 zwischen Enns und Linz den „ Lufthunderter“ öfter als früher aufleuchten ließ, gelang es dort erstmals, den EU-Grenzwert bei Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm (µg) zu unterschreiten. Bei der zweiten prekären Messstelle beim Römerbergtunnel in der Linz besteht jedoch weiter höchster Handlungsbedarf.

„Fast ein Anlass, ein Fläschchen zu öffnen“, freut sich Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) über den an der A1 bei Enns-Kristein gemessenen Jahresmittelwert von 38 µg pro Kubikmeter Luft. 2017 waren es noch 44. Ein von der EU eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren sollte nun in eine Beobachtungsphase abgestuft werden, hoffen Anschober und Umwelthofrat Herbert Rössler. An der A1 dürfe man jetzt nicht locker lassen, weitere Schritte müssten folgen, fordert Anschober.

Römerbergtunnel

Dass sich „ums Eck“, keine 100 Meter von seinem Büro entfernt, seit Jahren die andere offene Baustelle punkto Luftverschmutzung befindet, trübt Anschobers Stimmung. Beim Römbergtunnel liegt der NO2-Wert für 2018 bei 44 µg, 2017 waren es 46 µg. Damit konnte man sich dem EU-Grenzwert zwar nähern, aber es ist auch klar, dass 35.000 Linzer, die an solchen Durchzugsstrecken wohnen, weiter gesundheitsgefährdend belastet sind.

Ein kürzlich präsentierter Aktionskatalog (der

KURIER berichtete), in dem sich Land und Stadt Linz auf 31 Maßnahmen einigten, soll Verbesserungen bringen. Derzeit kann die Bevölkerung dazu Forderungen einbringen. Im Februar soll das Paket von der Landesregierung beschlossenen werden. Vom EU-Umweltkommissar gäbe es erste positive Reaktionen, so Anschober.

Als kontraproduktiv im Kampf gegen Verkehrsemissionen sieht Anschober weiterhin die von FPÖ-Verkehrminister Norbert Hofer in OÖ verordnete A1-Teststrecke für 140 km/h. Aktuell warte man auf Vergleichsmesswerte von der Teststrecke bei Sattledt, die die Asfinag eigentlich schon für Anfang Dezember angekündigt habe.

Feinstaubwolke zu Silvester

Wenige Inversionswetterlagen, dazu die Wärme und viel Wind  hielten im ablaufenden Jahr in Linz die Feinstaubwerte erfreulich niedrig. Die von der EU erlaubte Zahl der Grenzwerttage, aber auch die nach dem strengeren nationalen Immissionsgesetz  gewährten  Grenzwerttage wurden an allen Linzer Messstellen bei weitem unterschritten.
Da schockt die  Prognose der Umweltexpertin des Landes  OÖ, Regina Pürmayr, für die anstehende Silvesternacht: „Silvesterraketen sorgen österreichweit in einer Nacht für eine Feinstaubbelastung, die zehn Prozent jenes  Ausstoßes entspricht, der  vom Verkehr ein ganzes Jahr verursacht wird“.  

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