Chronik | Oberösterreich
15.04.2018

Luftbelastung: Stelzer kündigt nun Maßnahmen an

Das Tempo auf der Westautobahn sollte auf 80 km/h gesenkt werden, so der Rechnungshof © Bild: Mms/vorlaufer

Landeshauptmann und Umweltlandesrat Anschober reagieren auf Rechnungshof-Kritik.

Der am Freitag vom Landesrechnungshof veröffentlichte Bericht über die Luftbelastung des Landes und die Kritik an der Tatenlosigkeit der Politik zeigt Wirkung. Landeshauptmann Thomas Stelzer kündigt im Gespräch mit dem KURIER noch für dieses Jahr „effektive Maßnahmen“ an. „Seit ich Landeshauptmann bin, habe ich darüber bereits mehrere Gesprächsrunden mit Regierungsmitgliedern, aber auch mit Wirtschaftsvertretern gehabt. Oberstes Ziel ist es, keine Arbeitsplätze zu gefährden und sozial Schwächere nicht zu benachteiligen.“ Der von Umweltlandesrat Rudolf Anschober für Montag gestellte Regierungsantrag werde zurückgestellt, „weil die Senkung der Schadstoffe eine ressortübergreifende Herausforderung ist. Es sind auch Gespräche mit der Stadt Linz notwendig. Ich bin kein Freund von Verboten. Klar ist mein klares Bekenntnis zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs, was man auch am heurigen Landesbudget ablesen kann.“

Der Grüne Umweltlandesrat Rudolf Anschober beklagt die fehlenden Maßnahmen. „Der Landtag hat bereits 2011 beschlossen, den Anteil des öffentlichen Verkehrs bis 2025 von 17 auf 30 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel ist noch immer in weiter Ferne. 140.000 von knapp 200.000 Wegen werden täglich nach Linz mit privaten Kraftfahrzeugen durchgeführt, weil das Umsteigen auf Öffis zu wenig attraktiv ist.“

Ähnlich die Situation beim Fahrradverkehr. Hier liegt der Anteil im Raum Linz bei unter sechs Prozent – in Graz hingegen bei 13, in Salzburg bei 18 Prozent. Gäbe es den Dieselskandal nicht, gäbe es auch keine Überschreitung der Luftgrenzwerte.