Über Parteigrenzen hinweg: v.l. Eisenriegler (Grüne), Ratt (FPÖ), Pühringer  (ÖVP), Hillinger (SPÖ)

© Atzenhofer Wolfgang

Oberösterreich
09/30/2018

„Lassen uns nicht mehr abspeisen“

Seniorenbünde fordern über Parteigrenzen hinweg Mitsprache und Vorsorge.

von Wolfgang Atzenhofer

Das Bild hatte Seltenheitswert. Vier Obleute der oberösterreichischen politischen Seniorenverbände marschierten gemeinsam auf. Es müsse endlich ein Umdenken in der Seniorenpolitik her, ein Paradigmenwechsel sei gefragt, Senioren sind kein Kostenfaktor, sondern ein immer gewichtigeren Wirtschaftsfaktor, polterte das bunte Quartett gegen die aktuelle Seniorenpolitik.

Vor allem in den wichtigen neuen Gremien der Kranken- und Sozialversicherung lasse man sich nicht mehr, wie bisher, mit Beraterfunktionen abspeisen, „es muss Mitbestimmung und Stimmrecht geben“. Darin waren sich Josef Pühringer (ÖVP-Seniorenbund), Heinz Hillinger (SPÖ-Pensionistenverband), Walter Ratt (FPÖ Seniorenring) und Doris Eisenriegler (Grüne Generation plus) einig. „Wir stellen ein Drittel der Beitragszahler und haben deshalb auch das Recht auf Mitbestimmung“, verwies Pühringer auf aktuell 2,4 Millionen in die Sozialsysteme einzahlende Pensionisten in Österreich. Die bisherige Einbindung der Senioren empfand Pühringer jedenfalls „zum Krenn reißen“.

Dem Bundesseniorenrat, der am 9. Oktober mit den Spitzen der Bundesregierung verhandelt, wollen die Oberösterreicher jedenfalls auf allen Linien den Rücken stärken, bekundete der oberste SPÖ-Senior Hillinger: „Wir akzeptieren nicht, dass nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Sozialversicherung das Sagen haben sollen “.

Pflegepersonal

Das Forderungspaket, das die oö. Senioren über die Parteigrenzen hinweg gemeinsam geschnürt haben, ist gespickt mit brennenden Themen. Im Jahr 2040 werde es in OÖ 500.000 über 60-jährige und 50.000 über 85-jährige Senioren geben. Schon jetzt müssten in OÖ Alteneinrichtungen leer stehen weil Pflegepersonal fehlt, forderte das Quartett eine Offensive in der Ausbildung. Weiters: Massive Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger, Erhöhung des Pflegegeldes und alternative Pflegewohnungen.

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