SPÖ-Bürgermeister will KZ-Mahnmal aus Stadtzentrum entfernen

Ein KZ-Mahnmal vor einer Mauer mit Pflanzen
Stadtzentrum wird erneuert, Mahnmal soll zu Friedhof übersiedeln; Laakirchens Oberhaupt Fritz Feichtinger bietet Kompromiss an.

Das Zentrum von Laakirchen, einer Stadtgemeinde in Oberösterreich, wird demnächst umgestaltet. Entstehen sollen dort, wo sich derzeit ein Kriegerdenkmal mit KZ-Mahnmal befindet, ein Stadtpark und ein multifunktionaler Platz für Märkte und Veranstaltungen.

Darüber, was mit dem Mahnmal passieren soll, scheiden sich nun die Geister. Laakirchens SPÖ-Bürgermeister Fritz Feichtinger möchte das Mahnmal auf den Friedhof bringen lassen. "Ich sehe das nicht als Abschieben. Jene Menschen, die heute in Laakirchen versterben, kommen ja auch auf den Friedhof und das ist kein Abschieben. Der Friedhof ist ja auch ein Ort der Begegnung und Kommunikation."

Verärgert zeigen sich das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) über den Versuch des Laakirchner Bürgermeisters Fritz Feichtinger, "das KZ-Mahnmal aus dem Stadtzentrum zu entfernen. Dieses Mahnmal erinnert an neun lokale NS-Opfer. Acht Ermordete gehörten der sogenannten ,Welser Gruppe' des Widerstandes an, einer war Zeuge Jehovas".

Opferverbände fordern Zusagen ein

Ab Herbst 2023 habe es bereits mehrere Gespräche zur Neugestaltung des Stadtplatzes gegeben. Im März 2024 habe Bürgermeister Feichtinger den Vertretern der Opferverbände – KZ-Verband und Sozialdemokratische Freiheitskämpfer – ausdrücklich zugesagt, das Mahnmal werde im Zuge der Neugestaltung verlegt werden, aber gut sichtbar im Stadtzentrum bleiben. Es habe auch eine gemeinsame Begehung stattgefunden, so die Opferschutzverbände.

Umgang mit Mahnmal "würdelos"

Im September 2025 sei bekannt geworden, dass der Bürgermeister trotz seiner Zusage das KZ-Mahnmal aus dem Stadtzentrum entfernen und auf den Friedhof verlegen wolle. „Das Vorgehen des Bürgermeisters ist untragbar und sein Umgang mit dem KZ-Mahnmal würdelos. Die NS-Opfer haben größten Respekt verdient“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich. Das MKÖ vertritt das Vermächtnis der Häftlinge des KZ Mauthausen und seiner Außenlager.

Nun zeigte sich Bürgermeister Feichtinger im KURIER-Gespräch zu einem Kompromiss bereit: Das gesamte Kriegerdenkmal samt KZ-Gedenken soll abgebaut, saniert und bestenfalls vor Allerheiligen am Friedhof neu aufgebaut werden. "Ich kann mir aber vorstellen, dass die Namen der neun NS-Opfer gut sichtbar auf einer Tafel am Rathaus zu lesen sein werden."

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