Chronik | Oberösterreich
01.08.2018

Kinder nervt ständige Erreichbarkeit der Eltern

Kinderfreunde starten Kampagne für mehr „Familienzeit“.

Bereits im Vorjahr, also vor der aktuellen Diskussion um den 12-Stunden-Arbeitstag, stellten die Kinderfreunde Oberösterreich dringenden Handlungsbedarf in Sachen „ Familienzeit für Kinder“ fest. Mit der Präsentation einer Studie, die dieses Manko bestätigte, wurde nun eine Kampagne für OÖ gestartet.

„Wir müssen die Rahmenbedingen für Eltern in der Arbeitswelt verbessern, um Kindern das Familienleben zu ermöglichen“, erklärt Kinderfreunde-Obmann Roland Schwandner. Mehr Zeit mit der Familie ging bei der Befragung von 93 Volksschulkindern als einer der Hauptwünsche hervor (siehe auch Seite 22). Ist man zusammen, dann nennen 91 Prozent das gemeinsame Essen als beliebteste Familienaktivität, so Studienautorin Angelika Palzer-Reindl. Für sie war überraschend, dass ein Viertel der befragten Kinder angab, nur zwei Stunden pro Woche wirklich frei zu haben. Für die Kinderfreunde erneut ein Grund, zu fordern, dass Kinder ohne Hausübung von der Schule nach Hause gehen dürfen, sagt Schwandner. Als beliebteste Freizeitaktivität wird das Treffen von Freunden genannt. „Die gehören für mich eigentlich zur Familie“, sagt die zehnjährige Viktoria Zoister.

Neben dem 12-Stunden-Arbeitstag und dem Zeitmangel der Eltern outen die Kinderfreude noch einen anderen Feind der Familienidylle: Die ständige Erreichbarkeit der Eltern über das Handy nannten viele Kinder als besonders nervig. Deshalb werden die Kinderfreunde demnächst das Projekt „Handy-Garage“ präsentieren, in der Eltern und Kinder ihre Mobiltelefone parken. W. Atzenhofer