Gourmetmenü, dann Wandern in OÖ: Gehobene Küche mit Charme
Mutter Erika Keplinger mit ihren Kindern Heinz und Andrea.
Von Josef Leitner
Kulinarikgenuss mit Raffinesse und Kreativität, aber ohne übertriebenen Schnickschnack, so präsentiert sich die Küche beim Keplingerwirt in Sankt Johann am Wimberg (Bezirk Rohrbach). Die von Andrea Lundson, geborene Keplinger, und einem Team geleitete Küche ist hoch dekoriert mit jeweils drei Falstaff-Gabeln, Gault-Millau-Hauben und Á-la-Carte-Sternen. Ein Klassiker des Hauses, von Seniorchefin Erika kreiert, leitet den Speisereigen ein.
Ente oder Reh
Es sind Grammeltascherl mit Rieslingkraut (14,5 €). Erdäpfelteig wurde mit Grammeln und Gewürzen gefüllt. Nach dem köstlichen Einstieg hat man als Gast die Qual der Wahl. Entweder man entscheidet sich für die gebratene Bio-Ente (39 €). Diese kommt nach drei Stunden im Rohr auf den Tisch und wird mit zweierlei Knödel serviert. Dazu gibt es Safranäpfel und Blaukraut.
Mühlviertler Herbstreh
Oder man wählt den Rücken vom Mühlviertler Herbst-Reh (45 €) in der Gewürzkruste mit Maroni-Erdäpfelnudeln, Petersilcreme, Blaukrauttascherl und Wacholderjus. Auch das Ragout von der Hirschkalbschulter mit Breznknödel, Preiselbeerapfel und Blaukraut (32 €) wird an diesem Spätherbsttag gerne bestellt.
Hirschkalbsschulter
Fischliebhaber nehmen das Filet vom Piberbacher Bachsaibling (35 €) mit Kürbis-Tortellini, Wurzelgemüse und Krenschaum. Man spürt als Gast das Zusammenspiel der Mitglieder des Familienbetriebs, in dem neben Seniorchef Heinrich auch Tochter Birgit und Sohn Heinz tätig sind.
Piberbacher Bachsaibling
Dieser ist schwerpunktmäßig im Service und empfiehlt zum Nachtisch eine Variation vom Bio-Topfen mit Zwetschke, Knöderl, Mus, Röster und Eis (15,50 €). Danach wirft Seniorchef Heinrich noch einen Blick in die Geschichte des Hauses.
Variation vom Bio-Topfen.
„Von meinen Eltern wurde es 1938 als Kleinlandwirtschaft gekauft und mit einem Wirtshaus erweitert. Über die nächsten Jahrzehnte haben wir es zu einer organisch gewachsenen Wohlfühl-Oase für Feinschmecker und Individualurlauber ausgebaut und bieten in 30 Hotelzimmern Unterkunft und Verpflegung.“ Sohn Heinz ergänzt: „Wir verarbeiten nur hochwertige Produkte und Zutaten, vorzugsweise aus regionalem Anbau.“ Das Restaurant Keplingerwirt ist von Mi. bis Mo. geöffnet.
Schöne Ausblicke
Einem Tipp von Seniorchef Heinrich folgend, führt eine Wanderung auf die Petersbergrunde mit der Markierung J2. Der knapp zehn Kilometer lange Rundweg startet direkt beim Keplingerwirt und führt in eine vielfältig gegliederte Hügellandschaft mit schönen Ausblicken über das Hansbergland.
Wandern wie auf einem Hochplateau: Petersbergrunde bietet herbstliche Aussichten.
Immer auf einer Höhe zwischen 700 und 800 Höhenmetern zieht er sich durch Wälder und Wiesen, um schließlich am Höhenrücken des Petersbergs wunderbare Ausblicke ins südliche Bergland zu bieten. Der urige Hummelmühlbach wird überquert, ein urwüchsiges Bächlein, wie man es nur selten findet. Mehrere Bildstöcke und Kapellen finden sich am Weg und laden zur kurzen Besinnung ein.
Eine längere Wegpassage verläuft auf der Route des Granitpilgerwegs. Gegen Ende der dreistündigen Runde wird noch die Solferino-Kapelle passiert, die 1861 von einem Bauernsohn des Ortes zur Danksagung errichtet wurde, nachdem dieser die Schlacht bei Solferino 1859 glücklich überstanden hatte.
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