Karl Egger mit seinem Winzer Sean O'Callaghan

© Privat

Chronik Oberösterreich
04/06/2021

„Im Herbst wird unser Spumante kommen“

Wie aus der Weinaffinität des Linzer Unternehmers Karl Egger ein hochwertiges Weingut in der Toscana wurde.

von Josef Ertl

Es ist doch eher ungewöhnlich, dass ein Linzer Unternehmer nebenbei ein Weingut in der italienischen Toskana betreibt. „Mein Vater war ein Weinspezialist und ich war immer schon weinaffin“, sagt Karl Egger von KeKelit. Seit 20 Jahren habe er im Sommer stets ein Haus für den Familienurlaub gemietet, mit dem Ziel, einmal einen Urlaubssitz zu finden, wo die gesamte Familie zusammenkommen könne. 2008 sei er nach Radda di Chianti gekommen, zwischen Florenz und Siena gelegen, das Haus habe er von 2008 und 2017 jedes Jahr gemietet.

Von der Dusche aus......

„Von der Dusche aus habe ich eine Ruine eines alten Castells durchblitzen gesehen“, erzählt Egger. Er habe sich erkundigt, und schließlich für die Ruine geboten. Dazu gehörte auch ein in der Nähe gelegener Bauernhof. Nach Zustimmung von Schwester Kristine seien die beiden Ruinen und ein kleiner Weinberg gekauft worden, vor allem wegen der guten Lage. 2013/’14 wurde mit dem Umbau begonnen, 2018 waren die Gebäude fertig. Name: Tenuta di Carleone , zu Deutsch das Landgut von Karl dem Löwen.

Über seinen Architekten lernte er den gebürtigen Iren Sean O’Callaghan (Spitzname il guerico, der Lausbub) kennen, einen profilierten toskanischen Winzer. Da beide in der Qualitätsphilosophie übereinstimmten, einigten sie sich. Egger kaufte Weingebiet zu, „um etwas wirklich Gescheites zu machen“. Derzeit werden 22 Hektar Wein, vor allem Sangiovese, und 15 Hektar Oliven bewirtschaftet. 80.000 Flaschen Qualitätswein und 8.000 Flaschen Olivenöl sind das Ergebnis. „Nun haben wir auch zwei kleine Keller erworben“, einen in Radda und einen im Nachbardorf La Villa. „Und wir haben auch die alte Ziegelfabrik von Radda gekauft, in einer der schönsten Lagen. Wir renovieren das, das sind 2.000 Quadratmeter Hallen und ein Gebäude. Da kommt unsere gesamte Weinproduktion hinein.“ Im August 2022 soll der Umbau zur Weinlese fertig sein, inklusive einer Enothek und einem kleinen Restaurant.

Egger ist begeistert. „Die Qualität ist hervorragend. Unser Uno erhielt vom US-amerikanischen Weinpapst Robert Parker 95 von 100 möglichen Punkten, der Il Guerico 94+.“ Egger will über den Handel vor allem die gute Gastronomie als Abnehmer. „Wir beliefern weltweit rund 300 Restaurants, die mindestens einen Michelin-Stern haben.“ Von den 80.000 Flaschen werden 15.000 bis 20.000 in Österreich verkauft, der Rest geht in die Welt. In Österreich ist sein Wein in den Geschäften von Wein&Co. erhältlich. Der Uno kostet dort 49,95 Euro. Die Tenuta produziert auch noch Rosé („unser schneller Trinkwein“), und 3.000 Flaschen Weißwein. Im Herbst soll der Spumante folgen. Der Rosé wird ein zweites Mal nach der Champagnermethode vergärt.

Aus der Passion wird Erfolg

Egger: „Aus einem kleinen Hobby ist mittlerweile eine richtige Passion geworden. Wenn man etwas mit Passion betreibt, wird es irgendwann zum Erfolg. Alle Weine, die wir haben, sind genau so, wie Sean und ich sie mögen. Wenn ich nicht davon überzeugt bin, kann ich sie nicht verkaufen.“

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.