Mahr inmitten seiner Kamerun-Schafe

© hermann wakolbinger

Chronik Oberösterreich
07/21/2019

Herwig Mahr ist in Wahrheit ein Grüner

Der Klubobmann der FPÖ ist nun 60 und will über die Wahl 2021 hinaus bleiben. Er rechnet mit 20 bis 25 Prozent der Stimmen.

von Josef Ertl

Gestern, Samstag, wurde Herwig Mahr, Obmann des freiheitlichen Landtagsklubs und Vizebürgermeister von Traun, 60 Jahre alt. Was bedeutet das für ihn? „Ich mache mir über Dinge, die ich nicht ändern kann, überhaupt keine Gedanken. Ich fühle mich wesentlich jünger, was meine körperliche Fitness und meine Ansichten betrifft.“ Obwohl er relativ viel raucht. „Kaffee und Rauchen sind sicherlich nicht das Ideale. Ich habe mich durchchecken lassen, ich habe keine Probleme.“

„Bin geerdeter Typ“

Er hat ein besonderes Hobby. Hinter dem Fabriksgelände der Firma Gabler in der Aumühlstarße 25 in Traun, in Nähe des Traunflusses, hat sich der gelernte Maschinenbauer ein kleines Paradies geschaffen. Es gehören ihm mehrere Hektar Wiesen, in einem abgezäunten Teil tummeln sich neun Kamerunschafe und mehrere Hühner. Er hat auch zwei Bienenstöcke, die von einem Imker betreut werden. Die Eschen ragen weit in die Höhe, doch sie ringen um ihr Überleben.

 

Warum diese Idylle? „Ich bin ein geerdeter Typ, ich brauche das manuelle Arbeiten. Ich mähe mit der Sense, und wenn im Winter Holz zu machen ist, mache ich Holz. Ich brauche kein Fitnessstudio, ich arbeite hier, das ist mir hundertmal lieber. Ich brauche die Natur, die für mich so etwas Schönes ist. Die Tiere gehören dazu. Ich habe Äskulap-Nattern und wunderschöne Spechte. Das ist für mich ein Ausgleich. Hier komme ich zur Ruhe.“

Am Ende der Wiese hat ihm vor 13 Jahren Horst Felbermayr ein Kleinkraftwerk um eine Million Euro gebaut, das Strom für 300 Haushalte produziert. Der Wasserzufluss kommt aus der Traun (Bild oben rechts).

 

Seine Frau Christine hat ein Damen- und Herrenmodegeschäft in der Linzer Klosterstraße. „Sie macht das aus Leidenschaft. Sie war vorher 25 Jahre in meiner Elektroinstallationsfirma. Das Geschäft heißt so wie unser Sohn: Sebastians.“ Der 37-Jährige ist Autoverkäufer.

Die politische Karriere Mahrs begann 1991 als Gemeinderat von Traun. 2009 wurde er Stadtrat, 2015 neuerlich Vizebürgermeister, was er schon in den 1990er Jahren gewesen ist. Seit 2009 ist er im Landtag, seit 2015 Klubobmann. „Mein Vorteil ist, dass ich aus der Privatwirtschaft komme, ich weiß, wie sie tickt. Leider haben wir zu wenige davon, sie haben eine andere Sichtweise, denn sie arbeiten lösungsorientiert.“

 

Mahr hat in der Ebene unter dem schwarz-blauen Koalitionsduo Thomas Stelzer/Manfred Haimbuchner die Schanierfunktion bei den Blauen. Seine Verhandlungspartner bei den Schwarzen sind Klubobfrau Helena Kirchmayr und in Sozialfragen Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer. „All’ das, was ausgemacht ist, hält zu 100 Prozent“, lobt er die Koalition. Weil er den Job „leidenschaftlich gern macht“, möchte er über die Landtagswahl 2021 hinaus Klubobmann bleiben. Haimbuchner hat ihn darum schon gebeten. In die Landesregierung will er nicht wechseln. Mahr ist Pragmatiker, „Mandi“ Haimbuchner kann auf ihn zählen.

Schwarz-Blau fortsetzen

Für die Landtagswahl 2021 bleibt Mahr Realist. „Wir hatten 2015 mit 30,46 Prozent das beste Ergebnis, das wir je hatten. Wir werden es nur schwer wieder erreichen. Es ist ein sehr großer Erfolg wenn wir uns zwischen 20 und 25 Prozent einpendeln.“ Die ÖVP-FPÖ-Koalition sollte fortgesetzt werden.

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