© dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Chronik Oberösterreich
04/14/2019

Gar nicht grün hinter den Löffeln

Derzeit sind die flinken Gesellen überall sichtbar. Wie Feldhasen in OÖ leben, welche Feinde sie haben, wie sie sich schützen.

von Claudia Stelzel-Pröll

Ostereier bemalen und verstecken? Die Eier gar selber legen? Die Mythen rund um den Hasen kommen jedes Jahr um Ostern geballt an die Oberfläche – ohne Zutun des scheuen Wildtieres. Auch wenn er keine Eier legt oder verziert: Der heimische Feldhase ist ein Tausendsassa und ein angenehmer Zeitgenosse – wenn sein Lebensraum geschützt und die Hasenbabys in Ruhe gelassen werden. Zeit für ein paar Fakten zum „lepus europaeus“.

Sehr fruchtbar

Nicht umsonst gilt der Hase als Fruchtbarkeitssymbol, eine Häsin kann zwischen 12 und 14 Junghasen pro Jahr werfen. Während in der Gebärmutter die Babys heranwachsen, kann die Häsin bereits wieder befruchtet werden. Die Strategie dahinter ist schlau: Den Nachwuchs gut über das Jahr verteilen, damit möglichst viele Junge überleben. Denn die ersten Wochen und Monate sind eine Zitterpartie. Der Feldhase ist das kleinste Säugetier ohne Bau oder Nest, „sprich die Haserln liegen irgendwo im Wald oder in der Wiese herum und sind Witterung oder Feinden schutzlos ausgeliefert“, erklärt Christopher Böck, Biologe und Geschäftsführer des oö. Landesjagdverbandes.

Fuchs, Vogel und natürlich der Mensch können dem Feldhasen gefährlich werden: „Vergangenes Jahr wurden offiziell 4408 Hasen im Straßenverkehr getötet, die Dunkelziffer ist viel höher“, so Böck. Auch die Landwirtschaft ist eine Bedrohung: Jedes Jahr sterben zahlreiche Hasen durch Maschinen, die die Felder bearbeiten.

Hasenbabys nicht mitnehmen

Besorgte Wanderer, die Hasenbabys mitnehmen, weil sie denken, dass sie von der Mutter verlassen wurden, schaden den Tieren ebenfalls. „Die Häsin kommt alle 24 Stunden ein bis zwei Mal zum Säugen vorbei, mehr brauchen die Jungtiere nicht“, sagt der Experte Böck. Sein Appell: „Bitte die Hasenbabys nicht berühren und einfach liegenlassen.“

Derzeit sind die Feldhasen so präsent in der Landschaft, weil die frische Äsung sie aus ihren Verstecken lockt und weil die Deckung rundum noch nicht so hoch ist. Dabei sind die flinken Tiere aber weiterhin vorsichtig, spitzen ihre Löffel, um potenzielle Feinde sofort auszumachen, weiß Christopher Böck: „Feldhasen sind gut getarnt, ducken sich regungslos und warten ab. Wenn die Gefahr zu groß wird, springen sie hoch, schlagen Haken und sind weg.“

Populationen erhalten

Wenn im Oktober die Jagdsaison beginnt, achten die Jäger sehr genau darauf, wo wie viele Tiere abgeschossen werden können, um das Gleichgewicht zu erhalten. „Das ist alles sehr komplex, aber uns geht es vorrangig um die Erhaltung der Populationen“, sagt Böck.

Wie viele der Tiere derzeit in Oberösterreich unterwegs sind, lässt sich nicht sagen, aber vor allem im Zentralraum, im Innviertel und im südlichen Mühlviertel gibt es große Feldhasenpopulationen.

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