Für alles ein Kräutlein
Seppy muss das Bett hüten
Da hatte er furchtbar Bauchweh. Omama wusste sofort, was zu machen ist. Sie hat ein Sackerl mit Lavendel in sein Baucherl gestopft und alles war wieder gut. Kasperl hatte sich beim Herumhopsen einen Fuß verstaucht, da konnte ihm Omama mit Arnika wieder auf die Beine helfen. Ich bin eines Tages aufgewacht – und hatte keine Stimme mehr. Kamille, Lindenblüten, Salbei und noch ein paar mehr Helferlein aus Omamas Kräutersammlung haben nicht geholfen.
Gegen Herzweh und Kummer aller Art
Dabei hat unsere Omama für alles immer ein Kräutlein parat. Sogar gegen Herzschmerz gibt’s was, aber da muss sie immer ein bisserl länger herumkramen. Melisse und Johanniskraut fallen ihr dazu ein, und irgendwie hilft das sogar ein wenig. Und wenn’s manchmal ganz schlimm ist, macht sie für uns Kummerschinken. Klingt kompliziert, ist aber einfach. Das sind nämlich ganz besonders fluffige, süße Palatschinken mit Zitronenmelisse und Minze, die helfen gegen Herzweh und Kummer aller Art, sagt Omama. Aber was ist, wenn man die nicht essen kann, weil das Schlucken so wehtut? Da ist guter Rat teuer.
Beim Spekulato wird es teuer
Während Omama noch überlegt hat, ist doch glatt der Zauberer Spekulato erschienen, den das Wort „teuer“ herbeigelockt hatte. Und er meinte: „Ihr könnt meinen Rat haben, aber der ist sehr teuer!“ Und dann wollte er uns für teures Geld einen Firlefanz-Spruch andrehen, mit dem man Halsweh wegzaubern kann. Omama hat ihn gleich abgewimmelt und gesagt: „Spekulato, das ist reine Dummheit! Und gegen Dummheit ist noch kein Kraut gewachsen.“
Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.
Kommentare