Christa Koinig, Romana Philipp mit ihrer Tochter Emilia, "Dadi" Rosa Koinig, Bettina Stadlbauer, Tobias Philipp, Monika Pimminger

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Chronik | Oberösterreich
05/11/2019

Fünf starke Frauen, eine Familie

Fünf starke Frauen aus fünf Generationen halten immer zusammen. Sie nennen sich selbst "la familia".

„Die Familie hält uns zusammen.“ Für Bettina Stadlbauer (52), die Landesgeschäftsführerin der SPÖ, bedeutet die Familie die Möglichkeit zum Rückzug, sie bietet Geborgenheit. „Da wird man gestützt, gestärkt, aufgemuntert, geliebt.“ Die Familie hat eine bestimmte Bezeichnung: „La familia.“

"Dadi, die Gründerin

La familia ist eine außergewöhnliche, eine besondere, sie setzt sich aus fünf Frauen aus fünf Generationen zusammen. Da ist ihre Mutter Christa Koinig (74), die zwar in Michaelnbach (Bezirk Grieskirchen) wohnt, aber das Linzer Puppentheater künstlerisch leitet. Dann die Tante Monika (69) und die Großmutter „Dadi“ Rosa Koinig. Sie wird demnächst 97 und wohnt im Seniorenheim Linz-Spallerhof. „Ich bin die Alte“, sagt sie über sich selbst, „ich bin zufrieden.“ Und: „Ich habe zwei fesche Töchter.“

„Weiberroas“

Bettinas Tochter Romana Philipp (35) arbeitet für die Kinderfreunde, ist verheiratet und hat zwei Kinder, den achtjährigen Tobias und die demnächst sechsjährige Emilia. Romana: „Die wenige Zeit, die wir zusammen sind, genießen wir. Wir sind gern auf Reisen und haben vor einigen Jahren die Weiberroas gegründet. Wir sind immer für drei Tage weggefahren, nach Paris, Riga, Berlin etc. Nur wir Frauen, ohne Männer. Jetzt wird im Sommer meist eine Hütte angemietet. Wir feiern gern Feste.“

"Wir stehen zusammen"

Haben hier die Frauen das Sagen? „Nach 48 Jahren Ehe ist alles im grünen Bereich“, erzählt Monika Pimminger, die in ihrem Berufsleben im Büro des Linzer Bürgermeisters gearbeitet hat und dann Sekretärin des Linzer Vizebürgermeisters Hans Nöstlinger war. „Wir hatten von Anfang an eine partnerschaftliche Ehe.“ Was ist das Erfolgsgeheimnis? „Man muss verschiedene Dinge auch aushalten. Man muss auf den Partner eingehen, nicht immer nur Recht behalten. Und man darf nicht gleich aufgeben, wenn es einmal kritisch ist.“

Die maßgebliche Monika

Monika sieht sich als Außenseiterin in der Familie, denn das Linzer Puppentheater verbinde die anderen schon sehr. „Da bin ich nicht involviert. Aber wenn es darauf ankommt, stehen wir schon zusammen. Wenn es kritisch ist, bin ich schon die Person, die maßgeblich ist und ein bisschen durchgreift und reguliert. Ich bin ein bisschen der Gegenpart und hole sie wieder auf den Boden, wenn sie alle wieder einmal irgendwo schweben. Wenn etwas ist, bin ich da.“ Monika unternimmt heute mit ihrem Mann Bruno viele Reisen.

Herz des Puppentheaters

Ihre Schwester Christa Koinig ist das Herz des Linzer Puppentheaters. Sie ist künstlerische Leiterin, schreibt die Stücke, spielt, kümmert sich um die Puppen, sie ist das Um und Auf. Unterstützt wird sie wesentlich von ihrer Enkelin Romana und von ihrer Tochter Bettina, die ebenfalls Rollen übernehmen. Ihre eigene Rolle in der Familie sieht sie als „Ausreißerin“. Sie hat bisher fünf Mal den Familiennamen gewechselt, sie ist in dritter Ehe verheiratet. Die Familie ist für sie „der sichere Hafen, das Heimkommen, das Verständnis, Trost und Aufmunterung, Schutz und Hilfe, Akzeptanz, Toleranz und Konfliktbereitschaft.“

Bettinas große Liebe

Tochter Bettina hat nun in Jürgen Gschiel (54) ihre große Liebe gefunden. Er arbeitet während der Woche in Wien. Im Juni wird geheiratet. Für die Familie ist das kein Problem, denn es gibt dann und wann Ab- und Zugänge. Die Liebe, die Zuneigung und die Lebensfreude bleiben. Familie eben.