Manfred Haimbuchner

© Hermann Wakolbinger

Chronik Oberösterreich
04/07/2019

FPÖ: „Wir halten die ÖVP am rechten Weg“

Manfred Haimbuchner (40) ist Landeshauptmannstellvertreter und wurde gestern, Samstag, vom Landesparteitag als FPÖ-Landesobmann bestätigt.

von Josef Ertl

KURIER: Was unterscheidet die Identitären von der FPÖ? Manfred Haimbuchner: Nachdem ich mich mit den Identitären nie näher auseinandergesetzt habe, kann ich nur sagen, dass jede Gruppierung, die nicht der FPÖ angehört, eine andere ist als die FPÖ. Das gilt für die Grünen, die Sozialdemokraten, für die Christlich-Sozialen. Nur weil die Identitären mit manchen Begrifflichkeiten ähnlich argumentieren wie die FPÖ, hat man noch lange nichts gemein. Denn ich kann sehr viel dem Grünen Umweltgedanken abgewinnen und bin kein Grüner, ich bin ein sozialer Mensch und deswegen kein Sozialdemokrat, ich bin ein gläubiger Mensch und deswegen kein ÖVP-ler.

Ich halte nichts von Aktionismus und Politik auf die Straße zu tragen. Wir versuchen, die Änderungen durch demokratische Wahlen in den Parlamenten, nicht auf der Straße.

Ähnlich wie die Identitären hat Andreas Mölzer von Umvolkung geredet.

Das ist ein Begriff, der unter Umständen als politisch überzogen analysiert wird. Aber dass eine Überfremdung in unserem Land stattfindet, wird man wohl noch sagen dürfen. Man wird Vorgänge und Versagen von politischen Kräften in einem Land wohl noch benennen dürfen. Die Linken haben es geschafft, dass Begrifflichkeiten besetzt werden. Alle, die nicht links sind, verhalten sich oft wie das Kaninchen vor der Schlange. Ich werde meine Begrifflichkeiten nicht ändern.

Wie geht es Ihnen mit der Landes-ÖVP?

Die Zusammenarbeit funktioniert absolut korrekt. Wir sind natürlich unterschiedliche Parteien. Aber was wären die Alternativen für dieses Land? Die beste Regierungsform ist die, die wir haben. Ich kann keinen Punkt nennen, den wir uns nicht vernünftig hätten ausreden können.

Laufen die Vorbereitungen für die Landtags- und Gemeinderatswahl 2021?

Selbstverständlich. Strategisch und strukturell. Als ich 2009 Spitzenkandidat geworden bin, waren wir unter neun Prozent. Wir haben uns innerhalb weniger Jahre auf 30 Prozent gesteigert. Wir versuchen in den Regionen stärker und präsenter zu werden und kontinuierlich zu arbeiten. Auch was den Nachwuchs betrifft. Zum Beispiel im Attersee-Kreis. Für uns ist es strategisch wichtig, dass wir eine stabile Kraft in diesem Land bleiben.Ich verfolge keine überschwänglichen Ziele.

Sie stellen also nicht den Anspruch auf den Landeshauptmann? Oder doch?

Der Wähler entscheidet, wer den Anspruch hat. Mein Wunsch ist, dass man nicht an der FPÖ vorbei regieren kann. Wir müssen auch darauf achten, dass die ÖVP am rechten Weg bleiben.

Die ÖVP zitiert Umfragen, wonach sie bei 40 Prozent und die FPÖ doch deutlich unter 30 Prozent liegt.

Der Wunsch der ÖVP ist immer, dass man mit 35 oder 40 Prozent 100 Prozent der Macht hat. Das sage ich durchaus schmunzelnd. Mit diesem Ansinnen der ÖVP kann ich durchaus leben. Mein Ansinnen ist, dass wir eine stabile Kraft in diesem Land bleiben. Ich werde das nicht beziffern.

Die FPÖ soll hinter ihrem Wahlergebnis liegen.

Das sind die Umfragen, die aus den Parteisekretariaten kommen. Ich habe auch Umfragen, mit einem Befragtenkreis von mehr als 2000. Sie sind relativ genau. Ich veröffentliche sie nicht. Ich fühle mich aber sehr entspannt.

Unser Ziel 2021 ist, dass man an der FPÖ nicht mehr vorbeikommt und dass es kein schwarz-grünes Experiment mehr gibt. Die Grünen wären ein billiger Koalitionspartner für die ÖVP, aber teuer für das Land.

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