Fiala ist der Architekt des Höhenflugs der SV Ried
Wolfgang Fiala, Geschäftsführer Sport der SV Ried
„Er ist ein absoluter Fußballfachmann, der weiß, wie das Geschäft funktioniert.“ Thomas Gahleitner, Präsident der SV Oberbank Ried, ist voll des Lobes für seinen Geschäftsführer Sport.
Wolfgang Fiala habe im Rahmen der Möglichkeiten des Vereins einen guten, schlagkräftigen Kader zusammengestellt. Wobei er beherzige, dass in Ried das Sportliche stets mit dem Wirtschaftlichen einhergehen müsse, sagt der Präsident: „Ich arbeite gerne mit ihm zusammen.“
Den gebürtigen Wiener hat es im Sommer 2020 in das Innviertel verschlagen. Erst für den Nachwuchs zuständig, stieg er rasch zum Hauptverantwortlichen für den Profibetrieb auf. Der 38-Jährige ist neben Chefcoach Maximilian Senft – vielleicht sogar mehr noch als dieser – für die hervorragende Performance der Rieder in ihrer Aufstiegssaison verantwortlich. Der Trainer steht im Licht, kann aber nur mit dem Personal erfolgreich sein, welches ihm der Manager zur Verfügung stellt.
Ein gutes Händchen
Und dabei beweist Fiala ein gutes Händchen. „Am wichtigsten ist, dass die Spieler sportlich und charakterlich zu uns passen“, nennt Fiala das oberste Auswahlkriterium. Sodann komme es auf die Mischung an. Fiala unterteilt den Kader in drei Gruppen. Das ist einmal die Seniorenriege, die er „Innviertler Achse“ nennt: Keeper Andreas Leitner (32), die V erteidiger Michael Sollbauer (35) und Nikki Havenaar (31), die Offensivmänner Philipp Pomer (28) und Ante Bajic (30). Sie sollen aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrung Leadership übernehmen, das Gesicht der Mannschaft sein.
Die jungen Wilden
Zweitens die „jungen Wilden“. Spieler aus Akademie und B-Team an den Profibetrieb heranzuführen, ist zentrales Element der schwarz-grünen Strategie. Das Ergebnis: Österreichs U21-Nationalteam besteht aktuell fast zur Hälfte aus Rieder Kickern: Nicolas Bajlicz (21), Jonas Mayer (21), Peter Kiedl (22), Fabian Rossdorfer (20) und Evan Eghosa Aisowieren (20).
Die Legionäre
Und schließlich drittens die „leistungsstarken Legionäre“, etwa die beiden Südafrikaner Yusuf Maart (30) oder Antonio Van Wyk (24). Kingstone Mutandwa nicht zu vergessen, mit dessen Verpflichtung Fiala ein besonderer Coup gelungen ist. Der 23-jährige Mittelstürmer aus Sambia ist im Vorjahr aus Cagliari gekommen und hat prompt groß eingeschlagen, rangiert in der Torschützenliste der Bundesliga ganz oben.
Rieds Glücksgriff: Mittelstürmer Kingstone Mutandwa
Gemäß Leihvertrag können die Rieder Mutandwa zum Ende der Saison um 700.000 Euro kaufen, um mit ihm auch in die nächste Saison zu gehen. Oder sie verkaufen ihn mit sattem Gewinn weiter, immerhin liegt sein Marktwert momentan bei rund zwei Millionen Euro. Oder aber, drittens, Cagliari zieht prompt die vertraglich vereinbarte Rückkaufoption, freilich auch zu einem deutlich höheren Preis.
Kaderplanung für den Herbst
Dank der frühen Sicherung des Klassenerhalts kann sich Ried bereits mit der Kaderplanung für 2026/’27 beschäftigen. „Wenn die anderen beginnen können, haben wir schon zugeschlagen“, freut sich Fiala. Im Übrigen ortet er einen zunehmenden Verdruss am Fußball wegen zu vieler Spiele und auch, weil die Spieler so oft wechseln. „Dadurch können die Vereine keine Identität mehr aufbauen.“ Dem möchte Fiala mit seiner Personalpolitik auch entgegenwirken.
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