Chronik | Oberösterreich
21.08.2016

Festtage für Cineasten

"Heimatfilmfestival" holt mit 60 Filmen die weite Welt ins Mühlviertel.

Auch im 29. Veranstaltungsjahr ist der Festivaltitel "Der neue Heimatfilm" beim Großevent des Kulturvereins "Local-Bühne Freistadt" fix gesetzt. Themen wie der Existenzkampf der Bauern, die Öffnung von Grenzen oder Migration ziehen sich durch all die Jahre des Mühlviertler Festivals und sind aktueller denn je, sind die Veranstalter überzeugt.

"Vielleicht sind wir der beste Kulturverein Oberösterreichs oder darüber hinaus", behaupten die Festival-Organisatoren Wolfgang Steininger (Obmann) und Michael Eibl schmunzelnd. Doch mit eigenem Kino, eigenem Lokal und gut 100 teils recht unkonventionellen Veranstaltungen pro Jahr – neben dem Filmfestival – können die Mühlviertler Kulturmacher stolz aufzeigen.

Das Festival wird wegen des breiten internationalen Programms samt der Präsenz wichtiger Regisseure weit über Österreichs hinaus hoch geschätzt.

Wettbewerb

Unter dem Motto "Identität" werden heuer vom kommenden Mittwoch bis zum Sonntag nicht weniger als 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt gezeigt. 13 Produktionen aus zehn Ländern wurden für den Wettbewerb um Preise in den Kategorien Spielfilm und Dokumentarfilm genannt. Kurdische, kirgisische, lettische oder bulgarische Filmemacher sind dabei. Der Streifen der italienischen Top-RegisseuseElisabetta Sgarbi "Per solo Uomini" über drei Fischer aus dem Po-Delta könnte gute Chancen haben. Sgarbi ist noch mit einem zweiten Film beim Festival und wird laut Film-ScoutMarkus Vorauermit den Fischern auch persönlich zum Festival kommen.

In allen Ebenen ist das Film-Spektakel mit authentischen Geschichten und Emotionen gespickt. Etwa der Kurzfilm "The Purple Field" vom syrischen Regisseur Nasri Hajjaj. Er lebte 2015 als Flüchtling im Bezirk Freistadt und schildert Erlebtes.

Ebenfalls Regionalbezug beschert der Eröffnungsfilm am Mittwoch in der Open-Air-Arena im Salzhof (20 Uhr)mit einer Premiere: Die ORF-Produktion "Bergfried" (Regisseur Jo Baier) schildert die Suche eines Italieners nach einem SS-Schergen, der seine Familie getötet hat. Peter Simonischek spielt mit der aus Bad Leonfelden stammendenKatharina Haudumin den Hauptrollen.

Auch Filmgeschichte wird in Freistadt inszeniert: Filmemacher Fritz Lehner erhält von seiner Heimatstadt den diesjährigen Würdigungspreis. 1976 drehte er mit Kameramann Xaver Schwarzenberger den Film "Freistadt". Was als Liebeserklärung gedacht war, wurde wild bekämpft und kritisiert.

Vielfalt gibt’s beim Festival auch im Rahmenprogramm. Im Salzhof wird fein aufgekocht und live musiziert. Mit dabei: "Little Hole Filled", "The Köter" oder "Bottega Baltazar".www.festivalfreistadt.at