Josef Ertl

© KURIER

Kommentar
01/28/2021

Es geht um die Seele des Landes

Die Landwirtschaft stellt sich dem Strukturwandel.

von Josef Ertl

Wer ĂŒber das Land fĂ€hrt, sieht da und dort einen verlassenen Hof. Der Anblick verfallender GebĂ€ude lĂ€sst einen nicht kalt, ist er doch Ausdruck des Weggangs, des RĂŒckzugs, des Niedergangs. Vom Flieger aus betrachtet prĂ€sentiert sich das Land hingegen als kleinteiliger Garten, der liebevoll gepflegt wird.

Bauern hart getroffen

Die grĂ¶ĂŸer werdenden WirtschaftsrĂ€ume und die enorme Zunahme der ProduktivitĂ€t haben kaum eine Berufsgruppe so stark getroffen wie die Bauern. Sie haben sich der RealitĂ€t gestellt. Ihre Töchter und Söhne haben Ausbildungen absolviert, sie gehen erfolgreich Berufen nach, sie haben die Höfe umgestellt, spezialisiert und die Produktion effizienter gestaltet. Sie kaufen und betreiben gemeinsam teure Maschinen und GerĂ€te. Es bleibt ihnen keine andere Alternative, wollen sie ĂŒberleben. FĂŒr viele von ihnen ist die Landwirtschaft ein Zuerwerb, an denen aber ihr Herz hĂ€ngt. NatĂŒrlich können sie kaum mit den Preisen riesiger Agrarindustrien mithalten. Sie setzen auf RegionalitĂ€t, QualitĂ€t und Nachhaltigkeit.

Gegenseitige AbhÀngigkeit

Das bedeutet höhere Preise fĂŒr bessere und gesĂŒndere Produkte. DafĂŒr brauchen sie die Zustimmung der Konsumenten und das Wohlwollen der Gesellschaft. Beide, Bauern und Konsumenten, sind voneinander abhĂ€ngig. Denn die Gesellschaft kann nicht auf die Landwirte und ihre Arbeit verzichten, denn der lĂ€ndliche Raum macht die Seele des Landes aus.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare