500 Jobs weniger seit 2020: Engel Austria im Krisenmodus

Zwei Männer in einer Produktionshalle
Bis 2028 könnten weitere 300 bis 450 Jobs abgebaut werden, hohe Standort-Kosten als Hauptproblem.

Von Karl Leitner

Der Mühlviertler Kunststoffmaschinenbauer Engel Austria befindet sich im Krisenmodus: Hohe Standortkosten (Energie, Löhne), starker Wettbewerb und sinkende Nachfrage bringen die Österreich-Werke des weltweit tätigen Konzerns zunehmend unter Druck.

Seit 2020 wurden in Schwertberg, St. Valentin und Dietach rund 500 Jobs abgebaut; bis 2028 könnten es weitere 300 bis 450 werden. Engel befinde sich in „einer der herausforderndsten Phasen seit der Unternehmensgründung“, hieß es im Oktober – Grund sei auch „wachsender Wettbewerbsdruck.“

Zuvor wurde angekündigt, dass bis 2028 zehn bis 15 Prozent der Jobs in Österreich gestrichen werden.

Wettbewerb kommt vor allem aus China und hat einen Namen: Haitian, mit 8.100 Mitarbeitern und zwei Milliarden Euro Umsatz einer der größten Marktteilnehmer, hat erst kürzlich in Ruma/Serbien ein riesiges Werk für europäische Kunden fertiggestellt. Seit 6. November werden auf 59.000 Quadratmetern Fläche deutlich günstigere Spritzgießmaschinen als jene von Engel hergestellt.

Produktion im Ausland

Die Antwort aus Schwertberg: Verlagerungen ins Ausland – etwa von Einheiten der Kleinmaschinenproduktion in das 65 Kilometer nördlich von Schwertberg gelegene Werk in Kaplice/Tschechien. Dort hat Engel denselben Top-Standard wie in Österreich – nur mit viel niedrigeren Lohnkosten. Eine Produktion in Serbien ist offenbar auch angedacht – Informationen dazu gibt es nicht.

Keine Änderungskündigungen

„Taugen tut mir das nicht, denn die Leute hier machen gute Arbeit“, sagt Betriebsratschef Karl Öhlinger zum KURIER. Er weiß, dass gegen die wirtschaftliche Gesamtsituation nicht anzukommen ist. Die KV-Erhöhung im Herbst wurde immerhin weitergegeben, es gab keine Änderungskündigungen. Man nehme wahr, „dass Österreich leider weiter an Wettbewerbsfähigkeit verliert“ heißt es seitens Engel auf KURIER-Anfrage. Es sei deshalb ein Transformationsprozess eingeleitet worden. Zu Verlagerungen nach Osteuropa könne man „derzeit keine weiteren Auskünfte erteilen.“

Engel stellt in weltweit zwölf Werken mit 6900 Mitarbeitern Spritzgießmaschinen und Roboter für die Automobil-, Kunststoff- und Verpackungsindustrie her. Für 2025/‘26 wird ein Umsatzrückgang von sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Euro erwartet.

Kommentare