Energieprojekte lassen Felbermayr wachsen

Beim Schwertransport- und Bauunternehmen Felbermayr mit seinen 3400 Mitarbeitern ist Wachstum angesagt. Neue Standorte werden eröffnet, die Zentrale wird erweitert. Von Karl Leitner.
Felbermayr

Transport- bzw. Hebetechnik sowie Bau: Mit diesen Geschäftsfeldern ist die Welser Felbermayr-Gruppe 2025 erneut stark gewachsen. Der Umsatz der in 17 Ländern tätigen Gruppe ist nach ersten Berechnungen um acht Prozent auf rund 740 Millionen Euro gestiegen, so Firmenchef Horst Felbermayr im Gespräch mit dem KURIER. Die Bilanz wird gerade erstellt.

35 Mio. € in Graz

Hauptmärkte des Familienunternehmens sind Österreich und Deutschland, wobei Felbermayr in diesen Ländern aktuell kräftig in die weitere Expansion investiert. So wird in Graz-Seiersberg in wenigen Wochen ein um 35 Millionen Euro errichtetes Zentrum für Transport- und Hebetechnik eröffnet. In Altenstadt/Bayern hat Felbermayr vier Hektar Grund erworben, um auf dem Gelände einen großen Standort für Schwertransporter zu errichten. 

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Firmenchef Horst Felbermayr

Dazu kommen An- und Zukäufe wie jene des Equipments des Schwergutkomponenten-Spezialisten Hoffmann aus Chemnitz, mit dem künftig den ostdeutschen Markt stärker bearbeitet werden soll. Großer Wachstumstreiber da wie dort sind Aufträge aus der Energieindustrie. Felbermayr: „Da haben sich unsere Sondertransporte stark entwickelt.“ Eines der wichtigsten Energie-Projekte in Deutschland ist der Transport von 80 bis 100 Tonnen schweren Erdkabeltrommeln für Hochspannungsleitungen. Felbermayr: „Da liefern wir für just in time.“ Der Auftrag umfasst die Lieferung von 2000 Kabeltrommeln.

Acht Mio. € in Wels

Auch in Wels wird ausgebaut: Die erst im Jahr 2021 eröffnete Zentrale wird heuer mit Investitionen von acht Millionen Euro aufgestockt. In Wels arbeiten rund 400 der 2000 Mitarbeiter in Österreich – in der Gruppe sind es 3400, wobei im Vorjahr 100 neue Mitarbeiter dazugekommen sind. Von der aktuellen Krise sei man insofern betroffen, als die Dieselpreise für die Lkw stark steigen. Felbermayr: „Und das ist nicht wenig.“ Ansonsten sei das Unternehmen „so breit aufgestellt und diversifiziert, dass wir gut durch alle Krisen gekommen sind.“

In Europa 80 Standorte

Die Gruppe hat 80 Standorte in Europa, wobei ständig weitere dazukommen. Großes Potenzial sieht der Unternehmer im Bereich Fluss & Seeverkehr, in dem er mit der deutschen Stahllogistik-Tochter Haeger & Schmidt (H&S) stark unterwegs ist: Das Unternehmen hat 100 Transportschiffen und steuert rund 200 Millionen Euro zum Gruppenumsatz bei. Über H&S ist Felbermayr seit 2022 auch an einem Terminal im Hafen Antwerpen beteiligt – „ein wichtiger Schritt in Richtung weiterer Internationalisierung und unser Zugang zum Meer“, so Felbermayr. 

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Ein 226 Tonnen schwerer Druckapparat mit 25 Metern Länge wird auf ein Schiff umgeladen.

Im Hafen Hamburg steht Felbermayr gerade in Verhandlungen mit einem Partner für die Errichtung eines Schwergutterminals. Die (noch von seinem Vater Horst sen.) eingeschlagene Strategie, sich trimodal (Straße, Schiene, Wasser) aufzustellen, mache sich bezahlt und werde weiter ausgebaut. Mit Aufträgen wie die erst kürzlich erfolgte Einbringung einer 1700 Tonnen schweren und 180 Meter langen Brücke über die Spree neben dem Kanzleramt in Berlin haben sich die Welser international einen Namen gemacht.

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Transport von schweren Kabelrollen

Als Vorteil gegenüber dem Mitbewerb sieht Felbermayr den großen Fuhrpark, in den jährlich 120 Millionen Euro in Zukäufe bzw. die Erhaltung investiert werden. Felbermayr: „Das ist sicher unser USP (Anm. Alleinstellungsmerkmal), weshalb wir da immer in die neueste Technologie investieren.“ Einer der wichtigsten Wachstumstreiber bleibe die Energieindustrie, für die Felbermayr in ganz Europa Anlagen (Windräder, Generatoren) transportiert bzw. aufstellt. 

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Ein Windrad wird aufgestellt

In Bayern erhielten die Welser gerade mit Partnern den Zuschlag zur Sanierung des Donau-Kraftwerkes Kachlet – der Auftragswert für Felbermayr beträgt 60 Millionen Euro, aufgeteilt auf 13 Jahre. Im Bereich Bau, der ein Drittel zum Umsatz beisteuert, werden u. a. Industrie- und Bürogebäude errichtet. Felbermayr tritt bei Bürogebäuden künftig auch als Totalunternehmer auf. Die Felbermayr-Gruppe wird von Horst Felbermayr in der dritten Generation geführt.

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