Chronik | Oberösterreich
04.08.2018

Eltern bangen um Gesundheit des in Florida verhafteten Sohnes

Mühlviertler Vater will 18-jährigen Sohn in US-Gefängnis unbedingt bald besuchen.

Im pausenlosen Bangen um das Schicksal ihres  in den USA inhaftierten Sohnes planen dessen Eltern, so bald wie möglich zu dem 18-Jährigen nach Florida zu reisen. „Natürlich werden wir zu ihm fahren“, kündigte der im Bezirk Perg in Oberösterreich lebende Vater des Fachschülers an. Wie berichtet, war der Bursch vergangenen Montag in Sarasota von der Polizei verhaftet worden, weil er einvernehmlichen Sex mit einer 15-Jährigen gehabt haben soll. Die gesetzliche Altersgrenze liegt in Florida bei 16 Jahren. Die Höchststrafe ist mit 15 Jahren Haft angesetzt.

Die Familie bekommt derzeit viel Zuspruch von Bekannten, fremden Personen und auch offiziellen Stellen, berichtet der Vater. Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer habe Hilfe zugesagt, wenn  die Eltern ihren Sohn besuchen wollen.

Gesundheit

Vor  allem der gesundheitliche Zustand ihres psychisch  labilen Buben macht den Eltern große Sorgen.  „Er ist ein lieber Kerl, der aber bisher keine Freunde  hatte“, schildert der Vater. Weil auch die junge Amerikanerin  ähnliche Probleme haben  soll, dürfte die  im Vorjahr über das Internet geknüpfte Bekanntschaft  rasch zu einer intensiveren Geschichte gewachsen sein. „Die zwei haben sich gegenseitig gestützt, da war nichts Böses dabei.   Dann haben sie etwas gemacht, was in Europa unter Jugendlichen in diesem Alter völlig problemlos ist“,  so der Vater.

Er vertraue weiter auf die Unterstützung des Außenamtes. Über die Botschaft wurde der Familie geholfen, einen Anwalt zu engagieren. Dass über ihn das  in Florida gültige sogenannte „Romeo und Julia“-Gesetz erfolgreich eingefordert werden könnte, wie es in Medienberichten heißt, bezweifelt der Vater. „Er ist leider kürzlich 18 Jahre alt gewesen.“ So könne   das Gesetz, das Sex unter Teenagern  von tatsächlichen Missbrauchsfällen trennt, auf seinen Sohn nicht mehr angewendet werden.

Groß ist die Angst bei der Familie auch, dass der Inhaftierte vom eher modernen Gefängnis in Sarasota verlegt werden könnte. „Wenn er in ein anderes Gefängnis  muss, sehen wir ihn nie mehr wieder. Das stünde er nicht durch“, befürchtet der Vater.  Einem Reporter, der ihn aufgesucht hat, soll der 18-Jährige erzählt haben, dass er von der Polizei vier Stunden lang ohne Unterstützung eines Anwalts einvernommen worden war. Der nun aktive Anwalt soll bei Gericht eine Geschworenenverhandlung gefordert haben.