Ein Plus von acht Prozent für die Aktien erwartet

FILE PHOTO: UK gold bars and coins are displayed in London
Ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent lässt die Unternehmensgewinne um acht Prozent steigen. Alois Wögerbauer, Manager der Investmentgesellschaft 3 Banken-Generali, sieht keine Blase im Technologiesektor.

Die Aktienbörsen sind im vergangenen Jahr gut gelaufen, sie sollten auch heuer wieder performen. Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3-Banken-Generali-Investmentgesellschaft, erwartet ein Plus von acht Prozent. Denn die Unternehmensgewinne dürften heuer ebenfalls um acht Prozent steigen.

„Am Ende des Tages geht es um die Unternehmensgewinne“, sagte Wögerbauer vor dem Anlegerpublikum Dienstag im Donauforum der Oberbank, und nicht um irgendwelche Aussagen von Trump. Allein in den USA würden rund 8.000 Milliarden Dollar in Cashfonds liegen. Der erfahrene Fondsmanager begründet seinen Optimismus unter anderem mit dem Weltwirtschaftswachstum, das der Internationale Währungsfonds für 2026 mit 3,2 Prozent prognostiziert und mit drei Prozent für 2027. „Das ist normal“, meinte Wögerbauer, „was wir in Deutschland und Österreich sehen, ist nicht normal.“

Anleihen statt Cash

Staatsanleihen seien im vergangenen Jahr neu bepreist worden, die Finanzmärkte hätten den Staaten wegen der hohen Verschuldungen die Rote Karte gezeigt. Man könne mit Anleihen rund vier Prozent Rendite erzielen. „Anleihen schlagen Cash.“

Alois Wögerbauer

Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali-Investmentgesellschaft

Der US-Dollar hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Euro um zwölf Prozent abgeschwächt. „Den Großteil der Dollarabwertung haben wir hinter uns“, so die Einschätzung Wögerbauers. Obwohl die größten zehn US-Unternehmen 40 Prozent des Börsenmarktwertes ausmachen, glaubt der Finanzmanager nicht an eine Blase im Technologiesektor. Denn diese Zehn würden auch für 30 Prozent der Unternehmensgewinne stehen. „Blasen sehen anders aus.“

Gute Chancen sieht Wögerbauer in den Emerging Markets, denn hier gebe es Aufholbedarf. Er empfiehlt einen Anteil von zehn bis 15 Prozent im Aktiendepot. „Mit Emerging Markets meinen wir zu 80 Prozent Asien.“

Rohstoffe, Gold

„Als Nächstes glänzen die Rohstoffe“, sagte er. Rohstoffbeimischungen im Depot würden Sinn machen. „Rohstoffe sind die nächste Welle.“ Gold habe weiterhin eine strategische Logik, nach dem 50-prozentigen Anstieg im vergangenen Jahr würde eine Korrektur von zehn bis 15 Prozent guttun.

Erich Stadlberger, Leiter der Oberbank-Privatkundenabteilung, sieht im weltweiten Wettbewerb zwischen den USA, China und Europa weiterhin die Vereinigten Staaten im Vorteil. Die Nettogewinne der fünf stärksten US-Unternehmen hätten im vergangenen Jahr 437 Milliarden Dollar ausgemacht. Die vier Gamechanger seien Mindset, Regulatorik, Kapital und Energie, in Summe seien die USA im Vorteil.

Oberbank 40 Jahre an der Börse

Romana Thiem, Vorstandsmitglied der Oberbank, verwies auf die gute Performance der Oberbank-Aktie. Sie sei im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegen, in den vergangenen zehn Jahren seien es durchschnittlich 12,5 Prozent jährlich gewesen, seit dem Börsengang vor 40 Jahren durchschnittlich 9,5 Prozent. Die Bank wolle die Dividende bis 2030 verdoppeln. Das operative Geschäft der Bank sei 2025 hervorragend verlaufen, das Kreditvolumen um 20 Prozent gewachsen.

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